Ligurien sit eins der wohl spektakulärsten Küstenabschnitte Italiens und ein Sehnsuchtsziel für Urlauber aus aller Welt. Kann es an so einem vielbesuchten Ort überhaupt noch Geheimtipps geben?
Die Antwort lautet: ja. Und wie! Unsere Ligurien Geheimtipps führen dich zu den schönsten unbekannten Seiten der Region – vom verwunschenen Landschaftspark bis zu einem der größten betauchbaren Schiffswracks im Mittelmeer.
01. Noli – mittelalterliche Türme und cicciarelli fritti

Noli ist einer der schönsten Ligurien Geheimtipps, weil man hier mittelalterliche Altstadt, Strand und echtes Fischerleben fast ohne Turisten erlebt.
Durch die Porta di Piazza gelangt man mitten in die Gassen der einstigen Seerepublik, wie auch Pisa und Venedig – nur kleiner. Der Weg durch die Altstadt führt vorbei an alten Palazzi und der 38 Meter hohen Torre del Canto. Etwas außerhalb steht mit San Paragorio eine der schönsten romanischen Kirchen Liguriens.
Danach geht es zurück ans Meer. Auf der Spiaggia dei Pescatori ziehen die Fischer ihre kleinen Boote direkt auf den Strand und verkaufen vormittags ihren Fang an der Promenade. Darunter sind mit etwas Glück auch cicciarelli, eine lokale Slow-Food-Spezialität. Gleich daneben beginnt der lange Sand- und Kiesstrand von Noli – perfekt, um den Rundgang mit einem Sprung ins Meer zu beenden.
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02. Ittiturismo Corniglia – das schönste Restaurant der Cinque Terre

Das Ittiturismo in Corniglia ist ein kulinarischer Geheimtipp in den Cinque Terre. Das familiengeführte Restaurant liegt am Wanderweg zwischen Vernazza und Corniglia, hoch oben über das Meer und inmitten von Olivenbäumen.
Auch Stanley Tucci hat hier für seine Netflix-Doku Stanley Tucci: Searching for Italy das Lokal besucht und vom frisch gefangenen Fisch geschwärmt.
Gegessen wird an einfachen Tischen unter einer Pergola aus Blauregen mit Blick auf Corniglia und das Meer. Ein Traum!
Aus Corniglia kommt man über einen gepflasterten Wanderweg zum Restaurant, der Spaziergang dauert circa 20 Minuten.
03. Santuario Pelagos – Whale Watching in Ligurien

Das Santuario Pelagos ist ein besonderer Geheimtipp, weil sich vor Liguriens Küste eines der wichtigsten Schutzgebiete für Meeressäuger im Mittelmeer ausbreitet. Das rund 87.500 Quadratkilometer große Areal reicht von Ligurien über die Côte d’Azur bis nach Korsika und Sardinien. Hier leben unter anderem Finnwale, Pottwale und verschiedene Delfinarten.
Für eine Walbeobachtungstour bieten sich je nach Saison Häfen wie Genua, Savona, Imperia oder Sanremo an.
Wichtig: Sichtungen sind nie garantiert – aber wir finden, gerade das macht den Reiz aus. Schließlich sind die Tiere hier in ihrem natürlichen Habitat.
Zum Whale Watching ab verschiedenen Häfen in Ligurien
04. Focaccia di Recco – Käse-Focaccia, die es nur hier gibt
Recco ist eine Kleinstadt die an Camogli grenzt und nicht im Zweiten Weltkrieg so zerstört wurde, dass sie heute nicht zu den besonders schönen Orten von Liguren gehört.
Recco besucht man aus einem anderen Grund: um die originale Focaccia di Recco zu probieren.
Die geschützte Käse-Focaccia darf nur in Recco sowie in den Nachbarorten Camogli, Sori und Avegno hergestellt werden.
Der Überlieferung nach entstand sie, als sich die Einwohner vor Piraten ins ligurische Hinterland zurückzogen und aus Mehl, Öl und Käse eine einfache Mahlzeit zubereiteten.
Später wurde Recco durch seine Bäckereien und Trattorien zur gastronomischen Hauptstadt Liguriens. Noch heute lohnt es sich, die Focaccia direkt aus dem Ofen zu essen – etwa bei den Traditionsadressen Manuelina, Moltedo oder Da Ö Vittorio.
05. Parco Durazzo Pallavicini – Geheimtipp in Genova

Der Parco Durazzo Pallavicini gehört nicht zu den typischen Genua Highlights, weil er außerhalb der Altstadt liegt. Deshalb gehört er zu den ultimativen Ligurien Geheimtipps und ein Muss, wenn man in Genua länger als nur 1-2 Nächte verbringt.
Zwischen 1840 und 1846 ließ Marchese Pallavicini den Garten vom Bühnenbildner Michele Canzio wie ein Theaterstück in drei Akten gestalten. Der Weg beginnt zwischen alten Bäumen und führt durch einen romantischen Garten mit Quelle und See. Bald tauchen eine kleine Kapelle, eine Schweizer Hütte und das geheimnisvolle Castello del Capitano auf.
Der dramatische Höhepunkt wartet in den Grotten: Durch eine dunkle Unterwelt gelangt man schließlich zum Lago Grande, wo Tempel, Obelisk und Pagode eine überraschend helle Kulisse bilden.
Wer zwischen Februar und Anfang April kommt, erlebt zusätzlich die Blüte der historischen Kamelien. Für den Rundgang sollte man mindestens drei Stunden einplanen.
06. Triora – das Hexendorf in den ligurischen Voralpen

Triora ist einer der geheimnisvollsten Bergdörfer Liguriens, weil es düstere Geschichte, mittelalterliche Gassen und die wilde Landschaft des Valle Argentina verbindet.
Schon am Ortseingang begegnen einem Hexenfiguren und Heilkräuter. Dahinter führen schmale, oft überwölbte Gassen zwischen dunklen Steinhäusern hindurch. Ende des 16. Jahrhunderts wurden hier mehrere Frauen der Hexerei beschuldigt und eingekerkert. Das Museo Etnografico e della Stregoneria erzählt von den Prozessen und vom damaligen Dorfleben.
Anschließend geht es zur Cabotina, einem verfallenen Haus, in dem sich der Legende nach die Hexen trafen. Noch stimmungsvoller wird der Rundgang an den Ruinen des Castello und bei der Kirche San Bernardino mit ihren mittelalterlichen Fresken. Weil Triora weit hinter der Küste liegt, verirren sich nur wenige Ligurien-Urlauber hierher – genau das macht seinen Reiz aus.
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07. Baia dei Saraceni – baden, wo einst Piraten anlegten

Die Baia dei Saraceni zählt definitiv zu den schönsten Stränden Liguriens. Wer früh kommt oder außerhalb der Hochsaison reist, erlebt hier eine überraschend ruhige Seite der ligurischen Küste.
Von Varigotti führt die Küstenstraße zwischen Felsen und Meer zur schmalen Bucht. Der Eintritt zum Strand kostet 5 Euro – sie werden zur Instandhaltung erhoben. Einen Sonnenschirmverleih gibt es nicht, aber es gibt ein gutes Restaurant direkt am Wasser.
Unten angekommen, breitet man sein Handtuch auf feinem Kies aus, während das Wasser in allen Türkistönen schimmert. Felsen schützen die Baia dei Saraceni vor starkem Wellengang und machen sie zu einem schönen Platz zum Schwimmen und Schnorcheln.
Hinweis: Für einen Strandtag in der Baia dei Saraceni brauchst du unbedingt Badeschuhe und du musst früh kommen, denn Parkplätze gibt es nur wenige. Und Taucherbrille nicht vergessen!
08. Lungomare Europa – Liguriens schönster Radweg am Meer

Der Lungomare Europa gehört zu den schönsten Küstenwegen Liguriens. Die rund zehn Kilometer lange Strecke verbindet Varazze mit Cogoleto und verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse direkt am Meer. Wo früher Züge fuhren, spaziert oder radelt man heute vorbei an kleinen Buchten, hellen Felsen und immer wieder spektakulären Ausblicken auf das Ligurische Meer.
Der Weg ist asphaltiert, nahezu steigungsfrei und deshalb ideal für Familien, gemütliche Radtouren oder einen Spaziergang zum Sonnenuntergang. Unterwegs laden kleine Badebuchten wie die Baia del Corvo zu einer Pause ein, während Cafés direkt an der Promenade für einen Cappuccino oder Aperitivo mit Meerblick sorgen.
Wer kein eigenes Fahrrad dabeihat, kann sich direkt am Beginn des Lungomare Europa bei La Mola – Tabacchi in Varazze Fahrräder und E-Bikes ausleihen. Von dort folgt man einfach der ehemaligen Bahnlinie bis nach Cogoleto und genießt eine der entspanntesten Touren an der ligurischen Küste.
09. Haven Relikt – das größte Schiffswrack des Mittelmeers

Das Relitto Haven ist ein Geheimtipp für erfahrene Taucher. Vor Arenzano, westlich von Genua, ging 1991 der Tanker unter und ist heute das größte betauchbare Schiffswracks des Mittelmeers.
Zwischen Schornstein, der in 32 Metern Tiefe liegt, bis zum Propeller, der in 80 Metern Tiefe liegt, dürfen erfahrene Taucher, die mindestens den Status Normoxic Trimix Diver haben, das Relikt erkunden.
Vom Hafen von Arenzano sind es nur 5 Minuten Bootsfahrt zum Wrack, die Tauchgänge werden von den Tauchzentren Haven Diving und Techdive in Arenzano organisiert.
10. Valbrevenna – Tagesausflug in Genuas Hinterland
Nur eine halbe Stunde nördlich von Genua beginnt eine völlig andere Welt. Die Valbrevenna ist ein abgeschiedenes Tal mit winzigen Steindörfern, Kastanienwäldern und schmalen Bergstraßen, auf denen man oft minutenlang keinem anderen Auto begegnet. Wer das ursprüngliche Ligurien kennenlernen möchte, findet hier eine Landschaft, die seit Jahrhunderten kaum verändert wirkt.
Am schönsten entdeckt man die Valbrevenna bei einem gemütlichen Roadtrip. Die Rundtour beginnt in Casella und führt zunächst nach Ternano, bevor sich die Straße durch kleine Weiler wie Frassineto und Frassinello bis nach Molino Vecchio schlängelt. Anschließend lohnt sich ein Abstecher zum Santuario di Nostra Signora dell’Acqua, das mitten im Wald an einer Quelle liegt, der früher heilende Kräfte nachgesagt wurden.
Weiter geht es nach Senarega, dem wohl schönsten Dorf des Tals. Zwischen den alten Steinhäusern, der mittelalterlichen Bogenbrücke und dem Castello dei Fieschi scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Von dort führt die Straße über Chiappa bis nach Piancassina, wo sich einer der schönsten Ausblicke über die gesamte Valbrevenna eröffnet.







