Ligurien erstreckt sich über rund 300 Kilometer entlang der Küste – von der französischen Grenze bis in den Norden der Toskana. Gleichzeitig ist die Region an manchen Stellen nur 10 bis 20 Kilometer breit.
Eine Rundreise durch Ligurien bedeutet daher nicht, möglichst viele Orte anzufahren, sondern die Route bewusst zu strukturieren.
Wie plant man eine Ligurien Rundreise?
Eine Ligurien Rundreise lässt sich am besten mit dem Auto machen. Entlang der Küste führt aber auch das Eisenbahnnetz Liguriens und weil viele der schönsten Orte Liguriens entlang der Küste liegen, ist eine Reise mit dem Zug auch möglich. Die Cinque Terre sind sowieso am einfachsten mit dem Zug zu besichtigen.
In die abgelegenen Bergdörfer der Voralpen kommt man dann aber nicht.
Wo startet man eine Ligurien Rundreise?
Weil Ligurien lang und schmal ist, kann man hier aber keine klassische Rundreise machen, sondern fährt nur in eine Richtung.
Wer in Genua startet, endet also nicht wieder in Genua, es sei denn, man fährt dieselbe Strecke wieder zurück.
Wer nur eine Woche Zeit hat und aus dem deutschsprachigen Raum anreist, kommt vermutlich zunächst in Genua an. Von hier sollte man sich auf einer der beiden Küstenabschnitte konzentrieren: Riviera di Ponente und Riviera di Levante.
Riviera di Levante (unsere Empfehlung): zwischen Genua und Porto Venere (spektakulärer, kleine Felsbuchten, mehr klassische Highlights, aber auch mehr Touristen)
Riviera di Ponente: zwischen Genua und Sanremo (flachere Küste, lange Sandstrände, weniger bekannte Sehenswürdigkeiten, weniger Touristen)

Ligurien Rundreise für eine Woche
Wir empfehlen für eine Woche ab Genua entlang der Riviera di Levante zu reisen, inklusive Cinque Terre. Oder umgekehrt, je nachdem, woher man kommt.
Das ist die klassische Route, auf der man viele der bekanntesten Highlights von Ligurien mitnimmt. Diese Orte würde man entlang der Route sehen:
Genua
Camogli
Rapallo
Portofino
Sestri Levante
Cinque Terre
Porto Venere
Ligurien Rundreise für 12 Tage
Wer 10 Tage oder mehr Zeit hat, sollte ganz Ligurien bereisen. Von Sanremo bis Porto Venere sind es rund 260 Kilometer. Dabei sieht man zusätzlich zu den oben genannten Orten noch die Highlights der Riviera di Ponente:
Savona
Finale Ligure
Albenga
Alassio
Imperia
Sanremo
Ligurien Rundreise in 7 Tagen: die Riviera di Levante
Diese Route konzentriert sich auf den östlichen und berühmteren Teil von Ligurien. Die Strecke von Genua bis Porto Venere ist nur rund 120 Kilometer lang, sodass man zwischen einem Ort und dem nächsten nie lange fahren muss.
Genua erkunden

Genua ist keine Stadt, die sich sofort erschließt. Gerade das macht sie zu einem spannenden Einstieg in die Reise.
Am besten hast du für die erste Nacht ein Hotel mit Parkplatz gebucht (unser Tipp: Hotel Bologna mit Privatparkplatz und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis).
Von dort gehst du zu Fuß in die Altstadt – denn die engen Gassen des Centro Storico sind ohnehin nicht für Autos gemacht.
Die caruggi, also die typisch genuesischen Gassen, werden schnell enger, dunkler, unübersichtlicher. Immer wieder öffnen sie sich zu kleinen Plätzen und prunkvollen Palazzi. Genau dieses Wechselspiel macht den Reiz aus.
Lauf Richtung Porto Antico, das vom Stararchitekten Renzo Piano renovierte Hafenviertel von Genua.
Hier öffnet sich die Stadt zum Meer, und du bekommst ein Gefühl für die Bedeutung Genuas als Hafenstadt. Neben vielen Boutiquen und Restaurants befindet sich hier auch die Biosphäre und das Aquarium von Genua, das zweitgrößte Europas.
Camogli

Am nächsten Tag verlässt du Genua Richtung Osten. Die Fahrt nach Camogli dauert etwa 40 Minuten und führt bereits entlang der Küste.
In Camogli parkst du am besten oberhalb des Ortes oder am Ortseingang. Von dort gehst du die letzten Minuten zu Fuß hinunter Richtung Meer. Schon auf dem Weg öffnen sich erste Blicke auf die bunten Häuser, die dicht am Wasser stehen.
Unten angekommen, läufst du einmal durch die schmale Hauptgasse bis zum Hafen. Der Ort ist kompakt – du brauchst hier nicht lange, um ein Gefühl zu bekommen. Eine Stunde reicht, zwei sind entspannt.
Am Nachmittag fährst du weiter nach Rapallo. Die Strecke dauert etwa 30 Minuten.
Rapallo wirkt anders als Camogli: größer, lebendiger, mondäner. Nicht umsonst war es einer der liebsten Reiseziele für die europäische High Society des 19. Jahrhunderts.
Am Spätnachmittag reicht es, entlang der Strandpromenade zu spazieren. Zwischen dem Monumento a Cristoforo Colombo und dem Strand von Rapallo kann man wunderbar unter Palmen spazieren.
Unser Hoteltipp in Rapallo: Hotel Astoria (großes Frühstücksbuffet und direkt am Meer)
Rapallo & Portofino


Am Morgen hast du Zeit, Rapallo etwas genauer zu sehen. Die Stadt erschließt sich nicht über einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern über ihre Atmosphäre – zwischen Alltag und Küste.
Wir empfehlen mit der Seilbahn zum Santuario di Montallegro zu fahren. Die Fahrt dauert nur 7 Minuten, oben öffnet sich der Blick über die gesamte Küste bis weit ins Meer hinaus.
Anschließend geht es mit der Fähre nach Portofino. Das lohnt sich mehr als mit dem Auto – die Küste wirkt vom Wasser aus noch einmal anders, und du umgehst die Parkplatzsuche im Ort.
Portofino ist klein und innerhalb weniger Stunden kann man alles sehen. Vom Hafen aus lohnt sich der kurze Aufstieg Richtung Castello Brown. In etwa 15 bis 20 Minuten erreichst du einen der besten Aussichtspunkte über die Bucht.
Nach zwei bis drei Stunden fährst du wieder zurück nach Rapallo und lässt den Tag dort ruhig ausklingen.
Sestri Levante & übernachten in La Spezia

Von Rapallo fährst du am nächsten Morgen weiter Richtung Süden nach Sestri Levante. Die Fahrt auf der Autobahn dauert circa 25 Minuten.
Sestri Levante ist ein kleines, lebhaftes Fischerdorf, was für seine bunten Häuschen und wunderschönen zwei Buchten bekannt ist: die Baia delle Favole („Märchenbucht“, benannt nach Hans Christian Andersen, der hier 1833 wohnte) und die Baia del Silenzio, die zu den schönsten Stränden Italiens zählt.
Nach einem Bummel mit Mittagessen in Sestri Levante geht es weiter über das Hinterland, um den Nationalpark Cinque Terre herum, nach La Spezia.
In La Spezia angekommen, nimmst du dir kurz Zeit, um dich zu orientieren. Die Stadt selbst ist weniger spektakulär, aber vergleichsweise günstig zum Übernachten. Gerade deshalb eignet sie sich als Basis für die nächsten Tage.
Unser Hoteltipp in La Spezia: Nelli Rooms (mit Privatparkplatz für 12 Euro / Tag)
Cinque Terre


Für die Cinque Terre lässt du das Auto in La Spezia stehen und steigst auf den Zug Cinque Terre Express um.
Der fährt alle 10 bis 15 Minuten von Hauptbahnhof von La Spezia in den Nationalpark und fährt dabei alle fünf Dörfer ab.
Mit der Cinque Terre Card, die man direkt am Bahnhof bekommt, kann man beliebig ein- und aussteigen und so alle Dörfer abfahren.
Für einen Tag ist es allerdings sinnvoll, sich auf mximal drei Dörfer zu konzentrieren. Eine gute Kombination sind Riomaggiore, Manarola und Vernazza – das sind die drei schönsten Dörfer der Cinque Terre.
Du startest am besten früh in Riomaggiore, das erste Dorf, das du von La Spezia erreichst.

Vom Bahnhof gehst du hinunter Richtung Hafen, wo sich die Häuser eng an den Hang schmiegen. Von dort aus kannst du auf die Via dell’Amore wechseln – ein kurzer, in den Fels gehauener Spazierweg (Eintritt ist in der Cinque Terre Card enthalten), der die beiden Orte miteinander verbindet.
Der Weg ist nur etwa 1 Kilometer lang und nahezu eben. In rund 20 Minuten erreichst du Manarola, immer mit Blick auf das Meer.

In Manarola lohnt es sich, etwas Zeit zu verbringen: Geh durch die Gassen nach oben oder such dir einen Punkt mit Blick auf die Häuser am Hang. Von hier bekommst du eines der bekanntesten Bilder der Cinque Terre.
Am Nachmittag fährst du mit dem Cinque Terre Express weiter ins Dorf Vernazza, welches vor allem für sein prominent auf den Klippen gebaute Castello di Vernazza bekannt ist. Die mittelalterliche Festung kann für 2 bis 3 Euro Eintritt besichtigt werden.
Porto Venere


Am nächsten Tag fährst du von La Spezia nach Portovenere. Die Strecke ist kurz – etwa 15 Kilometer – dauert aber durch die kurvige Straße rund 30 Minuten.
Du parkst in einem der beiden kostenpflichtigen Parkplätze am Ortseingang und gehst von dort zu Fuß weiter in die Gassen der Altstadt von Porto Venere.
Am Ende des Ortes steigst du hinauf zur Kirche San Pietro, dem wichtigsten Highlight von Porto Venere. Der Weg zu Fuß dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Von oben hast du einen freien Blick auf das Meer und die Küste.
Portovenere ist kleiner und ruhiger als die Cinque Terre. Genau deshalb eignet sich der Ort gut als letzter Stopp der Reise.
Beste Reisezeit für Ligurien
Von Mai bis September sind Orte wie Portofino oder die Cinque Terre oft sehr voll – vor allem durch Tagesbesucher.
Angenehmer sind der April und der Oktober. Die Temperaturen liegen dann meist zwischen 18 und 25 Grad, und die bekanntesten Orte wirken deutlich ruhiger. Für eine Rundreise ist das oft die bessere Zeit, auch wenn es keine klassische Badesaison ist.






Toller Artikel mit guten u nützlichen Tipp. Freue mich auf mehr!
Liebe Andrea,
vielen lieben Dank! Es kommen noch viele mehr 🙂
Liebe Grüße