Noch bevor du den Bahnhof verlässt, riecht Camogli nach Meer, frischer Focaccia und Salzluft.
Wenige Schritte später öffnet sich der Blick auf eine Häuserfront aus Gelb-, Rosa- und Ockertönen, die sich eng um den kleinen Hafen schmiegt.
Anders als das mondäne Portofino wirkt Camogli angenehm unaufgeregt. Statt Sehenswürdigkeiten abzuhaken, schlenderst du durch enge Gassen, sitzt am Kiesstrand oder fährst mit dem Boot nach San Fruttuoso. Genau das macht Camogli zu einem der schönsten Küstenorte Liguriens.
Warum sich Camogli lohnt
- Durch eines der schönsten Fischerdörfer Liguriens schlendern
- Mit dem Boot nach San Fruttuoso oder Portofino fahren
- Den Sonnenuntergang direkt am Kiesstrand erleben
- Frische Focaccia und die berühmten Camogliesi al Rum probieren
Was macht Camogli so besonders?
Camogli wird oft als das ligurische Fischerdorf schlechthin bezeichnet – und tatsächlich spürt man die jahrhundertealte Seefahrertradition an jeder Ecke. Die bunten Häuser entlang der Uferpromenade sind nicht nur hübsch anzusehen. Früher wurden sie bewusst in kräftigen Farben gestrichen, damit Fischer ihren Heimatort schon von weitem vom Meer aus erkennen konnten.
Viele Besucher bemerken außerdem gar nicht, dass der historische Ortskern ursprünglich auf einer kleinen Insel entstand. Auf diesem Felsen stehen noch heute die Basilika Santa Maria Assunta und das Castello della Dragonara, die Camogli seine unverwechselbare Silhouette verleihen.
Trotz seiner Beliebtheit hat sich der Ort seinen authentischen Charakter bewahrt. Verlässt man die Promenade, gelangt man in ein Labyrinth aus schmalen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen, auf denen Wäsche zwischen den Häusern hängt und das Leben deutlich ruhiger verläuft als an der Küste.
Unser Tipp: Wenn möglich, solltest du Camogli mit dem Boot erreichen. Zum einen, weil du dir damit die Parkplatzsuche sparst, zum anderen, weil Camogli vom Wasser einfach unfassbar sehenswert ist.
Zur Bootstour nach Camogli aus Genua
Basilica Santa Maria Assunta
Die Basilika ist das Wahrzeichen von Camogli. Sie steht auf dem ehemaligen Inselfelsen direkt über dem Meer und prägt gemeinsam mit den bunten Häusern das bekannteste Fotomotiv des Ortes. Von außen wirkt die Kirche schlicht und elegant, im Inneren erwarten dich barocke Verzierungen und eine helle, freundliche Atmosphäre.
Castello della Dragonara
Direkt neben der Basilika erhebt sich das mittelalterliche Castello della Dragonara aus dem 13. Jahrhundert. Früher schützte die Festung Camogli vor Piratenangriffen, heute kommen Besucher vor allem wegen der spektakulären Aussicht. Von den Mauern blickst du über den Hafen, die Promenade und die gesamte Riviera di Levante.
Die Caruggi
Der eigentliche Charme Camoglis versteckt sich hinter der Promenade. Zwischen den engen Gassen – den typischen ligurischen Caruggi – wechseln sich kleine Geschäfte, Cafés und alte Hauseingänge ab. Hier entdeckt man das ursprüngliche Camogli, weit weg vom Trubel der Strandpromenade.
Hafen und Palazzata
Die lange Häuserzeile entlang des Hafens wird Palazzata genannt und gehört zu den schönsten in ganz Ligurien. Die schmalen, hohen Fassaden bilden ein buntes Mosaik, das sich direkt am Wasser entlangzieht. Am schönsten wirkt die Kulisse am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang.
Unser Tipp: Bei Pesce Pazzo, einem Fischerboot am Hafen von Camogli, gibt es frittierten Fisch in der Spitztüte auf die Hand. Sehr lecker!

Strand von Camogli
Anders als in vielen Badeorten liegt der Strand nicht außerhalb des Ortskerns, sondern schließt direkt an die Altstadt an. Zwischen Kiesstrand, Cafés, Fischerbooten und Restaurants spielt sich das gesamte Leben Camoglis ab.
Im Sommer ist der Strand gut besucht, dennoch wirkt die Atmosphäre deutlich entspannter als in Portofino oder den Cinque Terre. Sowieso zählt er zu unseren Lieblingsstränden in Ligurien.
Das Meer gehört zu Camogli

In Camogli ist das Meer nicht nur Kulisse, sondern Mittelpunkt des Lebens. Vom Kiesstrand schweift der Blick über den Golf von Paradiso, während sich hinter dir die bunten Häuser auftürmen. Entlang der Promenade reihen sich Bars, Focaccerien und kleine Restaurants aneinander – der perfekte Ort für einen Aperitivo mit Meerblick.
Wer mehr erleben möchte, kann von Camogli aus Bootsausflüge unternehmen. Besonders beliebt sind Fahrten nach San Fruttuoso oder Portofino.
Walbeobachtung im Santuario Pelagos
Nur wenige wissen, dass Camogli mitten am Santuario Pelagos liegt – einem rund 100.000 Quadratkilometer großen Meeresschutzgebiet zwischen Italien, Frankreich und Monaco. Hier leben zahlreiche Meeressäuger wie Finnwale, Pottwale, Delfine und Große Tümmler.
Von Camogli werden in den Sommermonaten regelmäßig Whale-Watching-Touren angeboten. Mit etwas Glück kannst du dabei Delfine oder sogar Wale in freier Wildbahn beobachten.
Das solltest du in Camogli essen
Kulinarisch gehört Camogli zu den besten Geheimtipps Liguriens.
Natürlich darf eine klassische ligurische Focaccia nicht fehlen. Außerdem solltest du die Camogliesi al Rum probieren – kleine mit Rumcreme gefüllte Biskuitgebäcke, die als Spezialität des Ortes gelten.
Wenn du ohnehin nach Camogli fährst, lohnt sich außerdem ein kurzer Abstecher ins nur wenige Minuten entfernte Recco. Dort wurde die berühmte Focaccia di Recco erfunden, die bis heute ausschließlich nach geschützter Rezeptur hergestellt werden darf.
Wie viel Zeit sollte man für Camogli einplanen?
Für einen Rundgang durch die Altstadt reichen zwei bis drei Stunden.
Wer den Strand genießen, gemütlich essen oder mit dem Boot nach San Fruttuoso fahren möchte, sollte jedoch einen ganzen Tag einplanen.
Noch schöner ist es, ein oder zwei Nächte in Camogli zu verbringen – am Abend kehrt Ruhe ein und der Ort zeigt sich von seiner entspanntesten Seite.









