Die Cinque Terre gehören zu den bekanntesten Reisezielen in Italien – und genau deshalb kann es hier schnell voll werden.
Vor allem in Monterosso, Vernazza und Manarola drängen sich von April bis September die Tagesausflügler aus der Toskana oder dem Rest von Ligurien durch die Gassen.
Doch zwischen Weinbergen, alten Pilgerwegen, kleinen Badebuchten und Dörfern oberhalb der Küste gibt es sie noch: Orte, an denen man die Cinque Terre ruhiger, ursprünglicher und deutlich intensiver erlebt.
Unsere Cinque Terre Geheimtipps zeigen dir, wo sich das echte Ligurien versteckt.
01. La Spezia als Basis zum Übernachten

Wer die Cinque Terre besuchen möchte, muss nicht unbedingt in einem der fünf Dörfer übernachten.
La Spezia ist oft die günstigere und entspanntere Basis: Es gibt deutlich mehr Unterkünfte, Restaurants, Parkmöglichkeiten und eine gute Zuganbindung.
Vom Bahnhof La Spezia Centrale erreichst du Riomaggiore, das erste Dorf der Cinque Terre, in wenigen Minuten mit dem Cinque Terre Express.
Unser Tipp: Ab La Spezia gibt es tägliche Bootstouren zu den Cinque Terre. Das ist vor allem in der Hauptsaison eine gute Alternative zu den vollen Gassen an Land.
Besonders praktisch ist La Spezia auch, wenn du mit dem Auto anreist, denn innerhalb des Nationalparks sind Parkplätze rar und teuer.
Unsere Hoteltipps in La Spezia:
02. Volastra – das stille Dorf über Manarola
Volastra ist einer der besten Cinque Terre Geheimtipps, wenn man dem Trubel unten an der Küste entkommen möchte.
Das kleine Dorf liegt oberhalb von Manarola zwischen Weinbergen und Olivenhainen. Von hier führt einer der schönsten Höhenwege der Region Richtung Corniglia – mit Blick auf Terrassenweinberge und das Meer.
Der Nationalpark listet die Route Riomaggiore–Manarola–Groppo–Volastra–Corniglia als „Itinerary of the terraced vineyards“.

03. Wanderung Manarola – Volastra – Corniglia
Viele laufen nur die bekannten Küstenwege, dabei ist die Route über Volastra viel eindrucksvoller.
Der Weg führt durch die typischen Steinterrassen der Cinque Terre und zeigt, wie mühsam hier seit Jahrhunderten Wein angebaut wird.
Die Strecke Manarola–Volastra–Corniglia ist rund 5,5 Kilometer lang und eher anspruchsvoll, mit etwa 380 Höhenmetern.
04. Santuario di Nostra Signora di Montenero
Oberhalb von Riomaggiore liegt das Santuario di Montenero – ein Wallfahrtsort mit einem der schönsten Panoramablicke der Cinque Terre.
Der Weg dorthin geht drei Kilometer lang bergauf, aber genau deshalb kommen deutlich weniger Besucher hierher. Von oben blickt man auf Riomaggiore, das Meer und bei klarer Sicht weit entlang der ligurischen Küste.
Unser Tipp: Wem drei Kilometer zu weit sind, kann aus Riomaggiore den Elektrobus Richtung Monesteroli nehmen und kurz unterhalb des Santuario aussteigen.
Der Pilgerweg nach Montenero gehört zum Netz der alten Pilgerrouten der Region.
05. Sentiero dei Santuari – der Pilgerweg der Cinque Terre

Fast jedes Dorf der Cinque Terre hat ein eigenes Heiligtum oberhalb der Küste.
Der Sentiero dei Santuari verbindet diese Wallfahrtskirchen miteinander und ist eine ruhigere Alternative zu den stark besuchten Küstenwegen.
Besonders schön ist der Abschnitt von Monterosso hinauf zum Santuario di Soviore. Die 6-Kilometer-Route führt durch mediterrane Macchia, verstreute Häuser und alte Treppenpassagen.
06. Santuario di Soviore oberhalb von Monterosso
Das Santuario di Nostra Signora di Soviore ist einer der ältesten und atmosphärischsten Orte der Cinque Terre. Es liegt hoch über Monterosso, eingebettet zwischen Wald, Terrassenfeldern und stillen Wegen.
Wer nur unten am Strand bleibt, verpasst diese ganz andere Seite der Region. Der Weg hinauf ist anstrengend, aber oben wartet ein stiller Ort mit Blick, Geschichte und deutlich weniger Menschen als in den Dörfern.
07. Sciacchetrà probieren – der besondere Wein der Cinque Terre

Die Cinque Terre sind nicht nur bunte Häuser und Wanderwege, sondern auch eine extreme Weinlandschaft.
Auf den steilen Terrassen wächst unter anderem der berühmte Sciacchetrà, ein süßer Passito-Wein aus getrockneten Trauben. Die Produktion ist klein und aufwendig, weil fast alles per Hand geschieht.
Genau deshalb ist eine Weinprobe hier ein echter Insider-Tipp – vor allem für Reisende, die mehr als nur Fotospots suchen.
08. Mit dem Kajak entlang der Küste
Vom Wasser aus wirken die Cinque Terre noch einmal ganz anders. Statt sich durch volle Gassen zu schieben, paddelt man unter Felsen, Höhlen und bunten Dörfern entlang.
Besonders schön sind Kajaktouren ab Monterosso oder Riomaggiore, oft mit Badepause an Stellen, die man zu Fuß kaum erreicht. Viele lokale Anbieter kombinieren Kajakfahren mit Schnorcheln oder Sonnenuntergangstouren.
09. Am Strand von Monterosso den Sonnenschirm im Voraus buchen

Der einzige längere Sandstrand der Cinque Terre ist im Dorf Monterosso. Im Sommer wird es hier schnell voll und ein Großteil des Strandes ist kostenpflichtig.
Wer hier einen Strandtag einlegen will, sollte seinen Sonnenschirm vor allem im Juli und August im Voraus buchen. Das geht auf den Webseiten der Badeanstalten von Monterosso, zum Beispiel Bagni Stella Marina oder Bagni Alga.
Ein Sonnenschirm für 3 Personen mit Liegen kostet zwischen 40 und 60 Euro pro Tag.
10. Portovenere als Tagesausflug


Streng genommen gehört Portovenere nicht zu den fünf Dörfern, wird aber von den Ligurern gerne als das sechste Dorf bezeichnet. Genau deshalb ist der Ort ein guter Cinque Terre Geheimtipp!
Auch Portovenere gehört mit ihren bunden, mehrstöckigen Wohnhäusern und der beeindruckenden Chiesa di San Pietro zum UNESCO-Welterbe.
Der Ort wirkt eleganter, maritimer und weniger überlaufen als Vernazza oder Manarola, mit Burg, Hafenpromenade und Blick auf den Golf der Poeten.
Unser Tipp: Wer wenig Zeit hat, kann ab La Spezia sowohl Porto Venere als auch die Cinque Terre auf einer Tagestour mit dem Boot erreichen.
11. Sonnenuntergang nicht direkt in Manarola, sondern bei Punta Bonfiglio

Der klassische Sonnenuntergang in Manarola ist wunderschön – aber längst kein Geheimtipp mehr. Eine gute Alternative ist Punta Bonfiglio, der kleine Aussichtspunkt oberhalb des Hafens.
Wer etwas früher kommt, findet dort oft noch einen ruhigeren Platz mit Blick auf die bunten Häuser, das Meer und die Felsen. Besonders schön ist der Spot nach einem Spaziergang durch die Weinberge oberhalb von Manarola.






