Kurz und ehrlich: Portofino ist wunderschön, aber winzig, teuer und schnell gesehen.
Trotzdem lohnt sich der Ort, wenn man ihn richtig einplant: am besten Zwischenstopp auf einer Ligurien Rundreise oder als Tagesausflug aus Genua.
Ab Genua: Tagesausflug mit Fahrer nach Portofino, Camogli & San Fruttuoso
Lohnt sich Portofino?
Ja, Portofino lohnt sich, aber nicht als klassischer Badeort und nicht unbedingt als Hauptquartier in Ligurien.
Der Reiz liegt im Gesamtbild: kleiner Hafen, pastellfarbene Häuser, grüne Hügel, Yachten, Aussichtspunkte und die besondere Mischung aus Fischerdorf und Luxusmythos.
Wer Portofino mit der Erwartung besucht, hier einen ganzen Tag voller Museen, Kirchen und großer Monumente zu verbringen, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.
Wer dagegen Lust auf eine schöne Kulisse, kurze Spaziergänge, Meerblick und italienisches Riviera-Flair hat, wird Portofino mögen.
Portofino an einem Tag: so planst du deinen Besuch
Für Portofino allein reicht sogar nur ein halber Tag aus. Wenn du noch San Fruttuoso, einen Badestopp oder eine Bootsfahrt einbauen möchtest, kannst du daraus aber auch einen sehr schönen Tagesausflug machen.
So würden wir Portofino an einem Tag planen:
- Erkundung des Hafens und der Piazza Martiri Dell’Olivetta.
- Danach gehst du über die Scalinata al Faro zur Chiesa di San Giorgio hinauf, von wo du den schönsten Blick auf Portofino hast.
- Spaziergang vorbei am Castello Brown zum Faro di Portofino (ca. 15 Minuten). Dort endet der Spaziergang mit Blick auf das offene Meer – viel schöner kann man Portofino kaum erleben.
- Zum Mittagessen können wir die Trattria Concordia empfehlen. Weil sie abseits des Touristentrubels liegt, sind die Spaghetti alle Vongole und fritto misto hier auch bezahlbarer als im Ort.
- Nachmittags mit dem Boot nach San Fruttuoso und wieder zurück – alternativ auch zu Fuß durch den Parco di Portofino (ca. 5 Kilometer Wanderung, die sehr schön ist. Aus San Fruttuoso kann man wieder mit dem Boot zurück).
Sehenswürdigkeiten in Portofino
Portofino hat nicht viele Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn. Trotzdem gibt es ein paar Orte, die du dir unbedingt ansehen solltest.
01. Piazzetta di Portofino

Die Piazzetta ist das Herz von Portofino und wahrscheinlich der Grund, warum der Ort auf unzähligen Postkarten, Kalendern und Instagram-Fotos auftaucht.
Eigentlich heißt sie Piazza Martiri dell’Olivetta. Sie liegt direkt am kleinen Hafen und wird von bunten Häuserfassaden, Cafés, Restaurants und Luxus-Boutiquen eingerahmt.
Hier zeigt sich Portofino von seiner bekanntesten Seite: Fischerboote liegen neben Luxusjachten, elegante Reisende trinken überteuerten Espresso, und dahinter steigen die grünen Hügel des Parco di Portofino an.
02. Chiesa di San Giorgio


Oberhalb des Hafens liegt die kleine Chiesa di San Giorgio. Der Aufstieg ist kurz und es lohnt sich: von der Terrasse vor der Kirche hast du einen der schönsten und berühmtesten Ausblicke auf Portofino.
Auf der einen Seite schaust du hinunter auf den Hafen mit seinen bunten Häusern. Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick auf das Meer und die zerklüftete Küste.
Die Kirche selbst ist schlicht und eigentlich nur wegen ihrer spektakulären Lage sehenswert. Sie ist dem heiligen Georg gewidmet, dem Schutzpatron von Portofino. Der Legende nach hat er im 13. Jahrhundert ein Unwetter heraufbeschwört, um Portofino vor Piraten zu bewahren.
Unser Tipp: Für Fotos ist dieser Aussichtspunkt besser als die Piazzetta selbst, weil du von oben die ganze Bucht siehst.
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03. Castello Brown

Vom Kirchplatz führt der Weg durch Pinien-, Olivenbäumen und Eichen weiter hinauf zum Castello Brown. Die Festung liegt über Portofino und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Das Castello wurde über Jahrhunderte militärisch genutzt, bevor es im 19. Jahrhundert vom britischen Konsul Montague Yeats Brown gekauft wurde die Anlage und ließ sie zu einer eleganten Villa umbauen. Daher stammt auch der heutige Name.
Heute kannst du das Castello besichtigen. Besonders schön sind der Garten, die Terrassen und das originale Interieur.
04. Faro di Portofino

Wenn du vom Castello Brown weiterläufst, erreichst du nach einem Spaziergang von circa 15 Minuten den Leuchtturm von Portofino.
Der Faro di Portofino selbst ist nicht spektakulär, aber der Weg dorthin ist einer der schönsten Spaziergänge im Ort. Du läufst durch mediterrane Vegetation, immer wieder öffnet sich der Blick auf das Meer, und am Ende stehst du an der Spitze der Halbinsel mit Aussicht auf das offene Wasser.
Direkt beim Leuchtturm gibt es eine kleine Bar. Sie ist kein Geheimtipp, aber ein sehr schöner Ort für einen Drink mit Meerblick.
05. Baia Cannone

Baia Cannone liegt etwas außerhalb des Ortszentrums und ist einer der schönsten Fotospots bei Portofino. Von hier siehst du die berühmte Villa Mondadori, die direkt am Wasser liegt und mit ihrer ockergelben Fassade perfekt in die Landschaft passt.
Viele Reisende laufen an diesem Ort vorbei oder sehen ihn nur aus dem Bus. Dabei ist die kleine Bucht ein wunderbarer kurzer Stopp, besonders wenn du zu Fuß von Santa Margherita Ligure nach Portofino unterwegs bist.
Zum Baden ist Baia Cannone eher eingeschränkt geeignet, weil es nur wenig Platz gibt. Als Fotomotiv ist sie aber wunderschön.
06. San Fruttuoso: der schönste Ausflug ab Portofino

Wenn du aus deinem Portofino-Besuch einen richtigen Tagesausflug machen möchtest, solltest du San Fruttuoso einplanen.
Die kleine Bucht liegt im Parco di Portofino und ist nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar. Genau das macht sie so besonders. Direkt am Wasser steht die Abbazia di San Fruttuoso, ein ehemaliges Benediktinerkloster, eingerahmt von Felsen, Wald und türkisblauem Meer.
Von Portofino fahren in der Saison Boote nach San Fruttuoso. Alternativ kannst du rund fünf Kilometer durch den Naturpark Parco di Portofino wandern.
Übrigens: vor San Fruttuoso, in 17 Metern Tiefe, befindet sich der Cristo degli Abissi („Christus der Abgründe“). Die Bronze-Statue, die hier seit den 50er-Jahren steht, kann mit einer Taucherbrille auch von der Wasseroberfläche gesehen werden. Absolut zu empfehlen!
Zur geführten Schnorchel-Tour zum Cristo degli Abissi
Gut zu wissen
An mehreren Orten im Park gibt es Anlegestellen des Servizio Marittimo del Tigullio, dem Fährbetreiber der ligurischen Riviera. Falls die Wanderung doch zu anspruchsvoll wird, kann man hier spontan aufs nächste Boot hopsen und weiter nach San Fruttuoso oder zurück nach Portofino fahren.
Anreise nach Portofino
Portofino hat keinen eigenen Bahnhof. Die meisten Reisenden kommen deshalb über Santa Margherita Ligure.
Mit dem Zug nach Portofino
Der nächstgelegene Bahnhof ist Santa Margherita Ligure-Portofino. Von dort kommst du mit dem Bus, dem Boot, dem Taxi oder auch zu Fuß weiter nach Portofino.
Das ist für die meisten Besucher die beste Lösung, vor allem in der Hauptsaison. Santa Margherita Ligure ist gut an Genua, Rapallo, Camogli und die Cinque Terre angebunden.
Mit dem Boot nach Portofino
Die schönste Anreise nach Portofino ist mit dem Boot. In der Saison fahren Boote unter anderem ab Santa Margherita Ligure, Rapallo und Camogli.
Vom Wasser aus siehst du Portofino genau so, wie man es sich vorstellt: als kleines, buntes Dorf in einer geschützten Bucht. Wenn das Wetter gut ist, würden wir diese Variante klar bevorzugen.
Zur Bootstour ab Rapallo nach Portofino & San Fruttuoso
Zu Fuß nach Portofino
Wenn du Zeit hast und gut zu Fuß bist, kannst du die fünf Kilometer zwischen Santa Maria Ligure und Portofino auch zu Fuß bewältigen. Die Strecke führt über dem Wanderweg Passeggiata dei Baci entlang der Küste, parallel zur Straße.
Landschaftlich ist es wunderschön, schattig unter und du kommst auch an die traumhafte Baia di Paraggi vorbei.
Mit dem Auto nach Portofino
Am besten gar nicht mit dem Auto bis Portofino fahren. Wer mit dem Auto anreist, muss mit langen Staus für die Parkplatzsuche rechnen und findet am Ende vielleicht trotzdem keinen Parkplatz.
Parken in Portofino
In Portofino parken kann dir so richtig den Tag vermiesen.
Es gibt zwar ein Parkhaus in Portofino, aber die Plätze sind begrenzt und die Preise hoch. In der Hauptsaison kann die Anfahrt außerdem stressig werden, weil sehr viele Tagesgäste in denselben kleinen Ort möchten.
Deshalb ist unsere Empfehlung klar: Fahre nicht mit dem Auto bis nach Portofino. Parke lieber in Santa Margherita Ligure oder Rapallo und nimm von dort das Boot oder ein Taxi.
Wie viel Zeit braucht man für Portofino?
Portofino ist klein. Du brauchst also nicht besonders viel Zeit, um den Ort zu sehen.
Für einen kurzen Besuch reichen 2 Stunden. Dann kannst du den Hafen ansehen, über die Piazzetta spazieren und zur Chiesa di San Giorgio hinaufgehen.
Für einen entspannten Besuch mit Castello Brown und Faro di Portofino solltest du einen halben Tag einplanen.
Wenn du auch San Fruttuoso besuchen möchtest, was wir auf jeden Fall empfehlen, solltest du einen ganzen Tag einplanen.
Strände in Portofino und Umgebung

Portofino ist kein klassischer Badeort. Direkt im Ort gibt es großen Sandstrand, und die kleinen Badeplätze in der Umgebung sind oft sehr voll und teuer.
Der bekannteste Strand in der Nähe ist Paraggi. Die Bucht liegt zwischen Santa Margherita Ligure und Portofino und hat wunderschön klares Wasser. Allerdings ist der Platz begrenzt und für einen Sonnenschirm mit zwei Liegen zahlt man mindestens 150 Euro pro Tag.
Etwas natürlicher ist Niasca, eine kleine Bucht in der Nähe von Paraggi. Auch hier gibt es nicht viel Platz, aber die Lage ist sehr schön und es ist ein Freistrand. Hier lohnt solltest du aber früh am Morgen kommen.
Wenn du wirklich schön baden möchtest, ist San Fruttuoso oft die bessere Wahl. Die kleine Bucht mit der Abtei im Hintergrund gehört zu den eindrucksvollsten Badestellen der Region.
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Wo übernachten: Portofino oder Umgebung?
In Portofino zu übernachten ist etwas Besonderes, aber für die meisten Reisenden nicht notwendig.
Die paar Hotels im Ort sind teuer, und abends wird es nach dem Tagestrubel zwar ruhiger, aber die Auswahl ist klein.
Wenn du bewusst Luxus suchst oder dir eine besondere Nacht an der Riviera gönnen möchtest, kann Portofino natürlich reizvoll sein.
Praktischer sind aber Unterkünfte in Santa Margherita Ligure, Rapallo oder Camogli, wo die Auswahl größer ist und du besser angebunden bist.
Beste Reisezeit für Portofino
Die schönste Zeit für Portofino ist im Frühling und Herbst. Besonders Mai, Juni, September und Anfang Oktober sind ideal, weil das Wetter meist angenehm ist und es nicht ganz so voll wird wie im Hochsommer.
Im Juli und August ist Portofino sehr stark besucht. Dann kann es am Hafen, im Bus, auf den Booten und an den kleinen Stränden ziemlich eng werden.
Wenn du Portofino in der Hauptsaison besuchst, komm am besten früh am Morgen oder später am Nachmittag. Mittags ist es oft am vollsten.
Auch im Winter kann Portofino schön sein, allerdings ist dann deutlich weniger los, und manche Restaurants, Bootsverbindungen oder Angebote können eingeschränkt sein.











