Schon bei der Anfahrt mit dem Schiff zeigt sich Stromboli in seiner ganzen Dramatik: Der fast vollkommen symmetrische Vulkan erhebt sich wie eine Pyramide aus dem tiefblauen Meer.
Über dem Gipfel hängt immer eine kleine Rauchwolke, am Ufer leuchten weiße Häuser zwischen Palmen und schwarzem Lavagestein.
Stromboli gehört zu den Liparischen Inseln nördlich von Sizilien und ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Trotzdem wirkt die Insel erstaunlich friedlich: schmale Gassen, schwarze Strände und einfache Trattorias.

Stromboli in Italien: nicht nur ein Tagesausflug
Viele Reisende sehen Stromboli nur während eines Tagesausflugs, zum Beispiel aus Lipari. Sie kommen am Nachmittag an, fahren am Abend mit einem Ausflugsboot zur Sciara del Fuoco und verlassen die Insel noch in derselben Nacht.
Zur Bootstour ab Lipari nach Panarea & Stromboli
Wenn man nicht genug Zeit hat, lohnt sich das zwar auch – aber eigentlich sollte man Stromboli mehr Zeit widmen.
Erst wenn das letzte Ausflugsboot abgelegt hat, zeigt die Insel ihren besonderen Rhythmus – wo sonst erlebt man Inselleben zum Grollen eines aktiven Vulkans?
Wir empfehlen deshalb, mindestens zwei Nächte auf Stromboli zu bleiben.
So bleibt genug Zeit für eine Vulkanwanderung, einen langen Nachmittag an einem der schwarzen Strände und einen Ausflug nach Ginostra, dem winzigen zweiten Inselort an der Westküste.

Was kann man auf Stromboli unternehmen?
Stromboli ist klein, aber keineswegs langweilig. Die schönsten Erlebnisse haben fast alle mit den beiden Kräften zu tun, die das Leben der Insel bestimmen: Feuer und Meer.
Durch den Ort Stromboli spazieren
Der Hauptort der Insel besteht aus den ineinander übergehenden Ortsteilen Scari, San Vincenzo, Ficogrande und Piscità.
Die meisten Schiffe legen in Scari an. Direkt hinter dem Hafen beginnen die ersten Gassen, kleinen Geschäfte und Cafés. Von hier geht es bergauf zur Chiesa di San Vincenzo, vor der sich einer der schönsten Plätze der Insel öffnet.
Der Blick reicht über die weißen Dächer bis zum Strombolicchio, einem steil aus dem Meer ragenden Felsen vor der Küste.
Nur wenige Schritte entfernt steht das ockerfarbene Haus, in dem Ingrid Bergman und Roberto Rossellini während der Dreharbeiten zum Film Stromboli lebten. Der 1950 erschienene Film machte die Insel weltberühmt – ebenso wie die Affäre der beiden, die damals für einen handfesten Skandal sorgte.
Danach lohnt es sich, ohne festes Ziel weiterzulaufen. Die schönsten Winkel findet man ohnehin dort, wo Bougainvilleen über Mauern wachsen, Wäsche zwischen den Häusern flattert und plötzlich das Meer zwischen zwei Gassen auftaucht.
An schwarzen Stränden baden

Auf Stromboli ist selbst ein gewöhnlicher Strandtag ein wenig dramatischer als anderswo.
Die Strände bestehen aus schwarzem Vulkansand und dunklen Kieseln, die in der Sonne fast silbern glänzen. Dahinter erhebt sich der Vulkan, davor liegt ein Meer, das an ruhigen Tagen unglaublich klar ist.
Direkt bei Scari befindet sich die Spiaggia di Scari beziehungsweise Spiaggia di Sabbia Nera. Noch schöner ist für uns die langgezogene Spiaggia di Ficogrande. Hier gibt es Abschnitte mit Liegestühlen und Strandbars, aber auch genug Platz, um das Handtuch einfach in den schwarzen Sand zu legen.
Etwas ruhiger wird es weiter nördlich in Piscità. Zwischen den dunklen Felsen verstecken sich kleine Buchten, die besonders am späten Nachmittag wunderschön sind.
Unser Tipp: Badeschuhe mitnehmen. Der schwarze Sand kann unter der Sonne echt heiß werden.
Die Sciara del Fuoco vom Meer aus sehen

Die Sciara del Fuoco ist eine breite, dunkle Narbe an der Nordwestflanke des Vulkans. Über diese natürliche Feuerrutsche gelangen Lava, Asche und Gesteinsbrocken hinunter ins Meer.
Besonders eindrucksvoll sieht man sie während einer abendlichen Bootstour.
Die Boote starten meist vor Sonnenuntergang im Hafen von Scari und fahren zunächst an der Küste entlang. Sobald es dunkel wird, warten sie mit sicherem Abstand vor der Sciara del Fuoco. Dann wirkt jede Eruption wie ein kleines Feuerwerk: Der Krater glüht kurz auf, rote Funken steigen in den Himmel und manchmal rollen leuchtende Brocken den Hang hinunter.
Falls eine Überfahrt nach Ginostra angeboten wird, lohnt sich die Kombination. Der abgelegene Ort ist vom Hauptdorf nicht über eine Straße erreichbar und besitzt einen der schönsten Plätze für den Sonnenuntergang.
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Wer Stromboli wirklich spüren möchte, sollte auf seinen Hängen unterwegs sein.
Beim Wandern verändert sich die Insel mit jedem Höhenmeter. Die weißen Häuser verschwinden, der Weg führt zunächst durch Kapernsträucher und Schilf, weiter oben wird die Landschaft karger. Unter den Schuhen knirscht schwarzes Lavagestein und über allem liegt der Geruch von warmer Erde und Schwefel.
Früher führten Wanderungen bis in die Nähe des rund 900 Meter hohen Gipfels. Heute wird der Zugang abhängig von der Vulkanaktivität durch Verordnungen der Gemeinde Lipari geregelt. Welche Wege und Höhen aktuell freigegeben sind, kann sich kurzfristig ändern.
Hinweis: Die italienische Zivilschutzbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass selbst bei einer niedrigen Warnstufe plötzliche Ereignisse nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Vor jeder Tour sollte man deshalb die aktuellen Hinweise der Protezione Civile und die örtlichen Regeln prüfen.
Auf eigene Faust zum Aussichtspunkt
Je nach aktueller Regelung kann man auf markierten Wegen zum 290 Meter hohen Aussichtspunkt an der Sciara del Fuoco wandern.
Ein beliebter Weg beginnt oberhalb der Chiesa di San Vincenzo und führt in Richtung Piscità. Der Aufstieg verläuft zunächst durch Vegetation und später über staubige Vulkanpfade. Vom Aussichtspunkt blickt man auf die schwarze Flanke des Berges und – bei passenden Bedingungen – auf die Eruptionen.
Auch wenn die Route technisch nicht besonders schwierig erscheint, sollte man sie nicht unterschätzen. Der Untergrund ist lose, am Abend wird es sehr schnell dunkel und im Sommer ist es selbst am späten Nachmittag heiß.
Geführte Vulkanwanderung auf Stromboli
Um den 400 Meter hohen Aussichtspunkt zu erreichen, führt kein Weg an einer geführten Tour vorbei. Das ist keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme: Der Vulkan ist ständig aktiv, das Gelände verändert sich und Sperrungen können sehr kurzfristig ausgesprochen werden.
Zur geführten Vulkanwanderung auf Stromboli
Ein guter Guide kennt nicht nur die sichere Route, sondern erklärt auch, warum Stromboli in vergleichsweise regelmäßigen Abständen explodiert, wie die Sciara del Fuoco entstanden ist und wie die Menschen mit dem Vulkan leben.
Die Touren beginnen häufig einige Stunden vor Sonnenuntergang. So erreicht man den Aussichtspunkt im letzten Tageslicht und erlebt die Eruptionen später im Dunkeln.
Unser Tipp: Die Tour bereits vor der Anreise reservieren, aber kurz vorher nochmals bestätigen lassen. Entscheidend sind immer die Bedingungen und Regeln am Tag der Wanderung.
Das INGV veröffentlicht laufend Messdaten und Wochenberichte zur Aktivität des Stromboli.
Das solltest du für die Vulkanwanderung dabeihaben:
- feste Schuhe mit gutem Profil
- Trinkflasche und Snacks (wir bevorzugen Trinkflaschen aus Edelstahl statt Plastik. Wasser schmeckt einfach besser)
- Stirnlampe für den Rückweg
- leichte Jacke oder Windschutz
- lange Hose oder zumindest robuste Kleidung
- vollständig geladenes Smartphone (du wirst sehr viele Fotos machen)
Eine normale Handy-Taschenlampe ist für den steinigen Abstieg keine besonders gute Lösung.

Ginostra: das stille Stromboli
Auf der anderen Seite der Insel liegt Ginostra.
Der kleine Ort ist nur per Boot erreichbar und wirkt noch abgeschiedener als Stromboli selbst. Schmale Wege ziehen sich zwischen dunklen Mauern, Feigenkakteen und weiß gekalkten Häusern den Hang hinauf. Normalen Straßenverkehr gibt es nicht.
Ginostra eignet sich wunderbar für einen halben Tag – oder für einige ruhige Nächte, wenn man bewusst Abstand von allem sucht.
Besonders schön ist der späte Nachmittag. Während Stromboli auf der Ostseite früher im Schatten liegt, erlebt man in Ginostra traumhafte Sonnenuntergänge. Danach beginnt auf der anderen Seite des Berges langsam das rote Leuchten über dem Krater.
Wer hier übernachtet, sollte allerdings wissen, worauf er sich einlässt: Die Auswahl an Unterkünften und Restaurants ist klein, Verbindungen sind wetterabhängig und das Leben folgt stärker als anderswo dem Fahrplan der Boote.
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Die Küche Strombolis ist einfach, mediterran und eng mit der Insel verbunden. Auf den Speisekarten stehen Fisch und Meeresfrüchte, Kapern, Auberginen, Tomaten, wilder Fenchel und natürlich Pasta.
Typisch ist die Pasta alla stromboliana, die je nach Rezept mit Tomaten, Kapern, Oliven, Sardellen, Kräutern oder Semmelbröseln zubereitet wird.
Für Restaurants auf Stromboli gilt: In der Hauptsaison besser reservieren und Öffnungstage immer aktuell prüfen. Viele Betriebe arbeiten saisonal.
Das sind unsere Restaurant-Tipps auf Stromboli:
Punta Lena: gefüllte Kalmar, Spaghetti allo Scoglio – und das alles direkt am Wasser. Das wohl bekannteste Restaurant auf Stromboli, daher unbedingt reservieren.
Ristorante Osservatorio: nur über längeren Fußweg erreichbar. Von der Terrasse blickt man direkt auf den aktiven Krater. Bargeld mitnehmen!
La Libreria: zwanglose Buchladen-Bar mit Garten und Live-Musik ab 16 Uhr.
Stromboli Hotels: Wo auf Stromboli übernachten?

Die meisten Stromboli Hotels und Ferienwohnungen liegen im Hauptort zwischen Scari und Piscità.
Da es keine gewöhnlichen Straßen gibt und das Gepäck häufig mit Elektrokarren transportiert wird, lohnt sich ein Blick auf die genaue Lage. Viele Unterkünfte organisieren eine Abholung am Hafen.
Auf der folgenden Karte haben wir alle Stromboli Hotels und Ferienwohnungen eingezeichnet, die eine Booking Bewertung von mindestens 8 haben:
Wie kommt man nach Stromboli?
Stromboli ist ausschließlich per Fähre erreichbar.
Der wichtigste Ausgangspunkt auf Sizilien ist Milazzo. Von dort fahren Tragflügelboote und Fähren über die Liparischen Inseln nach Stromboli. Je nach Verbindung gibt es Zwischenstopps auf Vulcano, Lipari, Salina oder Panarea.
Während der Hochsaison gibt es auch Verbindungen von Tropea, Reggio Calabria oder Neapel.
Aktuelle Verbindungen und Tickets findet man unter anderem bei Liberty Lines. Die Fahrpläne unterscheiden sich je nach Saison und können bei starkem Wind oder hohem Wellengang kurzfristig geändert werden.
Unser Tipp: Großes Gepäck kann auf Schnellbooten extra kosten. Wer mehrere Liparische Inseln besucht, ist mit einem kompakten Koffer oder Rucksack klar im Vorteil.
Wann ist die beste Reisezeit für Stromboli?
Die schönste Reisezeit ist von Mai bis Juni und von September bis Anfang Oktober.
Dann ist es meist warm genug zum Baden, aber angenehmer zum Wandern als im Hochsommer. Auch die Insel selbst wirkt außerhalb der italienischen Hauptferien im August deutlich ruhiger.
Im Winter zeigt sich die Insel von ihrer stillsten Seite. Allerdings schließen viele Hotels und Restaurants, während die Schiffsverbindungen dünner und wetteranfälliger werden.
Wie viele Tage sollte man auf Stromboli bleiben?
Wir würden mindestens zwei Nächte einplanen, besser drei.
Ein möglicher Ablauf:
Tag 1: Ankommen, durch San Vincenzo und Ficogrande spazieren, am schwarzen Strand baden und am Abend essen gehen.
Tag 2: Vormittags entspannen oder nach Ginostra fahren, am späten Nachmittag eine geführte Vulkanwanderung unternehmen.
Tag 3: Bootstour entlang der Küste und zur Sciara del Fuoco, anschließend ein letzter Aperitivo am Meer.
Mit einem zusätzlichen Tag bleibt genug Puffer, falls eine Wanderung wegen des Wetters oder der Vulkanaktivität verschoben wird.
Ist Stromboli gefährlich?
Stromboli ist ein aktiver Vulkan und sollte auch so behandelt werden.
Er wird rund um die Uhr überwacht. Trotzdem können einzelne stärkere Explosionen sowie dadurch ausgelöste Erdrutsche oder Flutwellen plötzlich auftreten. Auf der Insel gibt es deshalb Sirenensysteme für vulkanische Ereignisse und mögliche Maremoti.
Bei der Ankunft sollte man sich kurz mit den Fluchtwegen und Hinweisschildern vertraut machen. Bei einem Tsunami-Alarm gilt: sofort die Küste verlassen und höher gelegenes Gelände aufsuchen.
Nichtsdestotrotz ist Stromboli ein beliebtes Reiseziel in Italien und wird täglich von mehreren Booten angefahren. Außerdem hat Stromboli 500 bis 600 feste Einwohner, die hier mit den Launen der Natur zusammenleben. Im Sommer sind es dank der Hotels und Ferienwohnungen natürlich einige mehr.










