Vulcano: Highlights, Strände & unsere Tipps für die Vulkaninsel

Juli 24, 2026

Schon bei der Ankunft macht Vulcano seinem Namen alle Ehre. Es riecht nach Schwefel, über dem Krater steigen Dämpfe auf und die Strände bestehen stellenweise aus fast schwarzem Vulkansand.

Die südlichste der Liparischen Inseln ist gerade einmal rund 21 Quadratkilometer groß – und trotzdem super abwechslungsreich.

Die meisten kommen als Tagesausflug von Lipari nach Vulcano. Doch wer nur am Hafen bleibt und höchstens den Krater besteigt, verpasst Aussichtspunkte, das grüne Inselinnere und das abgelegene Fischerdorf Gelso im Süden.

Warum solltest du nach Vulcano?

Vulcano ist eine Insel der Gegensätze. Karge Vulkanlandschaften treffen auf saftig grüne Hänge, schwefelgelbe Ablagerungen auf tiefblaues Meer und schwarze Strände.

Über allem erhebt sich der Gran Cratere della Fossa, der bis heute daran erinnert, dass Vulcano geologisch keineswegs zur Ruhe gekommen ist.

Hier kannst du ohne viel Mühe und ohne Guide zum Kraterrand des Vulkans wandern, der nur rund 390 Meter hoch ist.

Vulcano auf der Karte

Vulcano ist die südlichste der Liparischen Inseln. Die Insel liegt circa 20 Kilometer vom sizilianischen Festland entfernt.

Alle Fähren, die von Milazzo auf die Liparischen Inseln fahren, halten als erstes am Hafen von Vulcano.

Vulcano Karte

Gut zu wissen

Von dieser Insel leitet sich übrigens unser Wort „Vulkan“ ab. Für die Römer lag hier die Werkstatt von Vulcanus, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Der letzte große Ausbruchszyklus der Fossa fand Ende des 19. Jahrhunderts statt; vulkanische Aktivität in Form von Gasen und Fumarolen ist aber bis heute sichtbar.

Aktivitäten und Highlights auf Vulcano

Auf den Gran Cratere della Fossa steigen

Vulcano Tipps

Der Aufstieg zum Gran Cratere ist die Aktivität Nr. 1 auf Vulcano. Direkt hinter Vulcano Porto beginnt der Weg hinauf in eine immer karger werdende Landschaft.

2,3 Kilometer führt der Weg nach oben. Wer einigermaßen fit ist, schafft das in einer guten Stunde. Sonnenschutz und feste Schuhe sind allerdings ein Muss.

Oben liegt der mächtige Kraterkessel direkt vor dir, während an verschiedenen Stellen Dämpfe aus dem Boden steigen und gelbliche Schwefelablagerungen die vulkanische Aktivität sichtbar machen.

Ein Highlight ist auch der Ausblick: Lipari und Salina liegen scheinbar direkt vor der Küste, dahinter zeichnen sich Panarea, Stromboli und Filicudi am Horizont ab.

Wichtig: Der Zugang zum Krater wird aufgrund der vulkanischen Aktivität reguliert und kann zeitweise eingeschränkt werden.

An der Spiaggia Sabbie Nere baden

Nur wenige Minuten vom Hafen entfernt beginnt eine der ungewöhnlichsten Küstenlandschaften der Liparischen Inseln. Der Strand Sabbie Nere verdankt seinen Namen dem dunklen Vulkansand, der einen starken Kontrast zum oft intensiv blauen Meer bildet.

Auch, wenn der Sand schwarz ist, ist die Spiaggia Sabbie Nere eine der wenige Sandstrände der Liparischen Inseln und eignet sich daher gut für Familien.

Der Strand ist leicht erreichbar und entsprechend beliebter als die abgelegeneren Buchten im Süden der Insel. Wer Vulcano nur auf einem Tagesausflug besucht, kann Krater und Sabbie Nere problemlos miteinander kombinieren.

Vulcano mit dem Roller erkunden

Wer Vulcano wirklich kennenlernen möchte, sollte den Hafen hinter sich lassen. Die Insel ist zwar klein, aber sehr hügelig – zu Fuß kommt man deshalb nur langsam voran.

Am schönsten lässt sie sich mit einem Roller, E-Bike oder einem kleinen Auto erkunden. Vom Hafen führt die Straße zunächst hinauf ins Inselinnere und weiter Richtung Süden.

Bei Luigi Rent gibt es Roller ab 40 Euro pro Tag, Fahrräder ab 10 Euro pro Tag.

Ein besonders lohnender Stopp ist der Capo Grillo. Von diesem hoch gelegenen Aussichtspunkt öffnet sich eines der schönsten Ausblicke Vulcanos: Vor der Küste liegen Lipari und Salina, bei guter Sicht sind weitere Inseln des Archipels am Horizont zu erkennen.

Danach führt die Straße weiter durch eine ganz andere Seite Vulcanos. Je weiter man sich von Porto entfernt, desto ruhiger wird es. Häuser verschwinden zwischen mediterraner Vegetation, kleine Weinberge tauchen auf und schließlich windet sich die Straße hinunter zur Südküste.

In den Schlammbädern von Vulcano baden?

Direkt hinter dem Hafen liegt einer der Orte, für die Vulcano jahrzehntelang berühmt war: die Fanghi di Vulcano.

In dem natürlichen Schlammpool mischten sich schwefelhaltiger Schlamm und heiße vulkanische Gase zu einem warmen Bad, dem traditionell eine wohltuende Wirkung auf Haut und Gelenke zugeschrieben wurde.

Die historischen Schlammbäder sind jedoch seit 2025 nicht regulär zum Baden zugänglich.

Nach erhöhter vulkanischer Aktivität und gefährlich hohen Gaskonzentrationen wurden die Fanghi gesperrt; es gibt gleichzeitig Pläne, das Gelände neu zu gestalten. Deshalb solltest du ältere Reiseführer, in denen noch vom Baden im Schlamm die Rede ist, nicht als aktuellen Stand verstehen.

Die vulkanische Wärme lässt sich auf Vulcano trotzdem erleben. Direkt daneben liegt die Spiaggia delle Acque Calde, wo unterseeische Gas- und Thermalquellen an die vulkanische Aktivität erinnern. Auch hier sollte man sich an aktuelle Absperrungen und Hinweise vor Ort halten.

Spiaggia delle Acque Calde

Vulcano Tipps

Auf der Ostseite von Vulcano Porto liegt die Spiaggia delle Acque Calde. Der Name – „Strand des warmen Wassers“ – verweist auf die geothermische Aktivität unter der Insel.

An verschiedenen Stellen treten warme Gase und Quellen aus dem Untergrund aus. Dadurch kann sich das Wasser lokal deutlich wärmer anfühlen.

Vulcano war lange auch für seine natürlichen Fanghi, die schwefelhaltigen Schlammbäder nahe dem Hafen, bekannt.

Dieser Bereich war jedoch aufgrund vulkanischer Gasemissionen und späterer Einschränkungen wiederholt nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Ältere Reiseführerangaben sollte man deshalb nicht als aktuellen Stand betrachten.

Bis nach Gelso fahren

Ganz im Süden liegt Gelso, ein winziger Küstenort, der sich ganz anders anfühlt als das lebhafte Vulcano Porto.

Die Straße endet fast am Meer. Rund um den kleinen Fischerhafen stehen nur wenige Häuser, darüber erhebt sich die kleine Chiesa di Santa Maria delle Grazie. Viel mehr gibt es nicht – und genau darin liegt der Reiz.

Hierher kommt man zum Baden, Essen und Nichtstun.

In der Nähe liegen mehrere kleine Strände. Besonders schön ist die dunkle Spiaggia Punta dell’Asino, während die ebenfalls schwarze Spiaggia Cannitello noch ruhiger wirkt.

Unser Tipp: in der Trattoria da Pina di Maniaci in Gelso gibt es hervorragende Pasta con le Sarde!

Vulcanello entdecken

Vulcano Tipps

Nördlich von Vulcano Porto liegt Vulcanello, eine Halbinsel, die erst durch vulkanische Ausbrüche entstand und später mit der Hauptinsel verbunden wurde.

Die Landschaft hier unterscheidet sich erneut vom Rest Vulcanos. Zwischen dunklem Lavagestein und niedriger Vegetation öffnen sich immer wieder Blicke hinüber nach Lipari.

Bekannt ist die Gegend auch für das Valle dei Mostri, das „Tal der Monster“. Wind und Erosion haben bizarre Lavaformationen geschaffen, in denen man mit etwas Fantasie Tier- und Fabelwesen erkennen kann.

Vulcanello lässt sich gut mit einem Badetag rund um Porto di Ponente verbinden.

Abendessen bei Maria Tindara

Unser kulinarischen Tipp führt ins ruhigere Inselinnere. Maria Tindara ist ein familiengeführtes Restaurant umgeben von Palmen, Olivenbäumen und Kakteen, in dem die Küche der Liparischen Inseln im Mittelpunkt steht.

Aus Vulcano Porto ist es eine 10-Minuten-Fahrt hierhin.

Auf den Tisch kommen vor allem frischer Fisch, Meeresfrüchte, hausgemachte Pasta und regionale Produkte.

Wer Vulcano mit Roller oder Auto erkundet, kann hier einen längeren Abendstopp einlegen, denn Maria öffnet nur zum Abendessen.

Übernachten auf Vulcano: Unsere Hoteltipps

Vulcano Hoteltipp
Das Les Sables Noirs bietet große Zimmer, Privatstrand und eine wunderschöne Rooftop Terrasse mit Meerblick

Viele besuchen Vulcano nur für einen Tag von Lipari aus. Eine Übernachtung lohnt sich aber besonders, wenn man den Krater ohne Zeitdruck besteigen, die Insel mit dem Roller erkunden und Vulcano erleben möchte, nachdem die Tagesausflügler wieder auf der Fähre sitzen.

Die praktischste Gegend zum Übernachten ist Vulcano Porto. Hier kommen die Fähren an, Restaurants und Strände sind zu Fuß erreichbar und auch der Ausgangspunkt zum Gran Cratere liegt in der Nähe. Ruhiger und exklusiver wohnt man auf Vulcanello, der Halbinsel nördlich des Hafens.

Wie kommt man nach Vulcano?

Vulcano erreicht man mit Fähren und Tragflügelbooten, vor allem von Milazzo auf Sizilien sowie von den anderen Liparischen Inseln.

Von Lipari ist Vulcano besonders schnell erreichbar. Die beiden Inseln liegen direkt nebeneinander, weshalb Vulcano einer der einfachsten Tagesausflüge aus Lipari ist.

Wie viel Zeit braucht man für Vulcano?

Ein Tag reicht für die wichtigsten Highlights. Morgens kann man den Gran Cratere besteigen, anschließend pane cunzato essen und den Nachmittag am schwarzen Strand verbringen.

Mehr von Vulcano sieht man jedoch mit einer Übernachtung. Dann lohnt es sich, einen Roller zu mieten und über Capo Grillo bis Gelso zu fahren. Am Abend erlebt man außerdem eine ganz andere Insel: Sobald die letzten Ausflugsboote abgefahren sind, wird es rund um Vulcano Porto spürbar ruhiger.

Für einen längeren Badeurlaub würde ich innerhalb der Liparischen Inseln eher Lipari oder Salina als Basis wählen.

Vulcano ist dagegen ideal für alle, die Vulkanlandschaften, Wandern, ungewöhnliche Strände und eine kleine Portion Abenteuer miteinander verbinden möchten.

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