Wo ist die Amalfiküste am schönsten? Unsere Tipps

Die Amalfiküste ist rund 50 Kilometer lang und wenn man im Internet recherchiert, sieht ein Ort schöner aus als der andere.

Da fragt man sich vor allem, wenn man nach einer Unterkunft entlang dieser 50 Kilometer sucht: „Wo ist die Amalfiküste am schönsten?“

Alle kennen Positano: es besitzt das berühmteste Panorama der Amalfiküste, ist im Sommer aber nicht der schönste Ort zum Übernachten. Zwischen Juli und Ende September sind die Gassen, Strände, Busse und Anlegestellen häufig extrem voll.

Auch die Fortbewegung sollte bei der Wahl des Urlaubsortes eine zentrale Rolle spielen. Die Küstenstraße Amalfitana ist schmal, kurvenreich und in der Hauptsaison eingeschränkt.

Sorrent: nicht Teil der Amalfiküste, aber eine praktische Basis

Sorrent wird häufig mit der Amalfiküste gleichgesetzt, gehört geografisch jedoch nicht zur eigentlichen Costiera Amalfitana. Die offizielle Küste verläuft auf der Südseite der Halbinsel von Positano in Richtung Vietri sul Mare.

Trotzdem ist Sorrent für viele Reisende eine gute Basis. Die Stadt bietet eine größere Auswahl an Hotels und Restaurants für jedes Budget sowie wunderbaren Aussichtspunkten mit Blick auf den Vesuv.

Sorrent ist außerdem gut angebunden: von hier kommt man mit dem Zug oder der Fähre nach Neapel und es gibt täglich Schiffsverbindungen nach Capri, Positano und Amalfi.

Unser Urteil: Sehr praktisch für eine Reise, die neben der Amalfiküste auch Capri, Pompeji oder Neapel einschließt.

Unser Hoteltipp für Sorrent: Palazzo Montefusco (preislich gut und mitten in der Fußgängerzone)

Positano: am schönsten, aber nicht zum Übernachten

Positano ist der optische Inbegriff der Amalfiküste: pastellfarbene Häuser, steile Hänge und das azurblaue Meer direkt darunter. Wer zum ersten Mal in der Region ist, sollte Positano unbedingt gesehen haben.

Als Hauptquartier würden wir Positano im Hochsommer jedoch nur eingeschränkt empfehlen. Der Ort ist klein, steil und auf die großen Mengen an Tagesgästen kaum ausgelegt. Hinzu kommen sehr hohe Hotelpreise, viele Treppen und eine umständliche Anreise mit Gepäck.

Unser Urteil: Besuchen ja – zwischen Juli und September dort wohnen eher nein. Außerhalb der Hauptsaison kann Positano deutlich angenehmer sein.

Hinweis: bis Mitte Oktober haben Geschäfte und Restaurants in Positano noch geöffnet, danach schließen die meisten den Winter über.

Unser Hoteltipp für Positano: Il Canneto (kleines B&B oberhalb von Positano mit vergleichsweise guten Preisen)

Praiano: der beste Kompromiss aus Aussicht und Ruhe

Wo ist die Amalfiküste am schönsten?

Praiano liegt zwischen Positano und Amalfi und bietet viele ähnlich spektakuläre Meerblicke. Gleichzeitig kommen deutlich weniger Tagesgäste ausschließlich zum Sightseeing hierher.

Der winzige Ort eignet sich besonders für Paare, Sonnenuntergänge und einen ruhigeren Aufenthalt. Allerdings ist auch Praiano sehr steil. Je nach Lage des Hotels können Strand, Bushaltestelle oder Hafen viele Treppen entfernt sein.

Unser Urteil: Eine der besten Alternativen zu Positano, sofern man ein gut gelegenes Hotel auswählt.

Unser Hoteltipp für Praiano: Hotel Alfonso al Mare (direkt am Strand von Praiano)

Ravello: am schönsten für Aussicht und Romantik

Wo ist es an der Amalfiküste am schönsten?

Ravello liegt hoch über dem Meer und besitzt einige der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der Region. Besonders bekannt sind die Gärten der Villa Rufolo und der Villa Cimbrone.

Tagsüber kommen viele Besucher aus Amalfi hinauf. Am Morgen und Abend wird es meist ruhiger und die elegante Atmosphäre des Ortes kommt stärker zur Geltung.

Ravello liegt allerdings nicht am Wasser und besitzt daher keinen Fährhafen. Für tägliche Ausflüge entlang der Küste ist es daher weniger praktisch als Amalfi oder Minori.

Unser Urteil: Ideal für Ruhe, Gärten und besondere Hotels – weniger ideal für einen klassischen Strandurlaub.

Unser Hoteltipp für Ravello: Villa Giovanni (B&B mit wunderschöner Aussicht von der Frühstücksterrasse)

Amalfi: der praktischste Ort direkt an der Küste

Amalfi kombiniert einen historischen Ortskern mit einem wichtigen Fähr- und Busknotenpunkt. Von hier aus lassen sich Positano, Salerno, Capri und weitere Küstenorte vergleichsweise unkompliziert erreichen. Die verfügbaren Verbindungen ändern sich je nach Saison und Wetter.

Der Ort selbst ist tagsüber stark besucht. Wer zentral wohnt, muss mit vollen Gassen und viel Betrieb rund um den Dom und den Hafen rechnen.

Unser Urteil: Nicht der ruhigste Ort, aber absolut sehenswert und eine der sinnvollsten Basen für die Amalfiküste ohne Auto.

Unser Hoteltipp für Amalfi: D’Amalfi Hospitality (Pension direkt an der Piazza Duomo von Amalfi)

Atrani: klein, charmant und nah an Amalfi

Atrani liegt direkt neben Amalfi und ist über einen kurzen Fußweg erreichbar. Der Ort besitzt eine kleine Piazza, enge Gassen und eine deutlich dörflichere Atmosphäre.

Völlig unentdeckt ist Atrani nicht mehr. Durch die Nähe zu Amalfi ist es auch hier im Sommer belebt. Trotzdem fühlt es sich häufig persönlicher und weniger kommerziell an als Positano.

Unser Urteil: Gut für Reisende, die klein und atmosphärisch wohnen, aber die Verkehrsanbindung Amalfis nutzen möchten.

Unser Hoteltipp für Atrani: Palazzo Colavolpe (alle Zimmer mit Meerblick, Frühstück in Amalfi im Preis inklusive)

Minori: charmant und angenehm für mehrere Tage

Minori ist flacher und alltagstauglicher als viele andere Orte der Küste. Strand, Restaurants und Geschäfte liegen relativ kompakt beieinander.

Der Ort ist landschaftlich weniger dramatisch als Positano, dafür lässt sich hier ein längerer Sommerurlaub meist entspannter verbringen. Auch Fähren bedienen Minori saisonal.

Unser Urteil: Eine der besten Basen für Reisende, die Charme, Strand, wenn auch kostenpflichtig, und eine praktische Lage verbinden möchten.

Unser Hoteltipp für Minori: Maison Raphael (mitten im Zitronenhain und 3 Minuten Fußweg zum Strand)

Maiori: am besten für Strand und Familien

Maiori besitzt einen der längsten und am leichtesten zugänglichen Strände der Amalfiküste. Der Ort ist breiter, flacher und auch moderner gebaut als Positano oder Praiano.

Dadurch wirkt Maiori weniger romantisch, ist im Alltag aber deutlich unkomplizierter. Besonders Familien und Reisende, die nicht ständig Treppen steigen möchten, profitieren davon.

Unser Urteil: Nicht das spektakulärste Postkartenmotiv, aber einer der günstigsten Orte für einen Badeurlaub an der Amalfiküste.

Unser Hoteltipp für Maiori: Hotel Sole Splendid (größeres Hotel direkt am Strand)

Fortbewegung an der Amalfiküste: Warum die Lage des Hotels entscheidend ist

Wenn es um die Übernachtung geht, zählt nicht unbedingt, wo die Amalfiküste am schönsten ist – sondern wo sie am besten angebunden ist.

Die Amalfitana ist eng, kurvenreich und führt mitten durch mehrere Ortschaften. Zusätzlich gelten zu bestimmten Zeiten Fahrbeschränkungen nach geraden und ungeraden Kennzeichen – nur Anwohner dürfen immer fahren. Die konkreten Tage, Uhrzeiten und Ausnahmen werden saisonal festgelegt und sollten unmittelbar vor der Reise geprüft werden.

Ein Mietwagen ist deshalb nicht automatisch die bequemste Lösung. Hinzu kommen begrenzte und teure Parkplätze.

Wann die Fähre die beste Wahl ist

Zwischen Orten mit Hafen ist die Fähre oft angenehmer und landschaftlich schöner als Bus oder Auto. Saisonale Verbindungen gibt es unter anderem zwischen Salerno, Maiori, Minori, Amalfi, Positano, Sorrent und Capri.

Fähren haben aber ebenfalls Grenzen:

  • Sie verkehren nicht ganzjährig auf allen Strecken
  • Fahrpläne ändern sich saisonal
  • Bei schlechtem Wetter können Verbindungen ausfallen
  • Ravello, Praiano und viele kleinere Unterkünfte sind nicht direkt per Fähre erreichbar
  • Vom Anleger bis zum Hotel können noch Treppen folgen (das kommt an der Amalfiküste sehr häufig vor)

Wer häufig Ausflüge unternehmen möchte, sollte daher ein Hotel in der Nähe eines Fährhafens wählen. Amalfi, Minori, Maiori oder Sorrent sind dafür meist praktischer als Ravello oder Praiano.

Busse an der Amalfiküste

Busse erreichen auch Orte ohne Hafen. Im Sommer sind sie jedoch häufig voll und können wegen des Verkehrs deutliche Verspätung haben. Bei der Hotelbuchung lohnt es sich, die Entfernung zur nächsten Haltestelle genau zu prüfen.

Ein Hotel mit spektakulärer Aussicht kann sehr unpraktisch sein, wenn jedes Abendessen erst nach Hunderten Treppenstufen oder einer Busfahrt erreichbar ist.

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