Den Vesuv besteigen und vom Kraterrand auf Neapel, den Golf und die Inseln blicken: Ein Ausflug auf den berühmtesten Vulkan Italiens gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen rund um Neapel.
Der Aufstieg ist wesentlich einfacher als eine klassische Bergwanderung. Trotzdem solltest du Tickets und Anreise gut planen – spontan zum Krater zu fahren, funktioniert am Vesuv nämlich nicht.
Unser Tipp für Eilige: eine Vesuv-Tour mit Transfer buchen
Wer den Vesuv besuchen, sich aber nicht mit Zugverbindungen, Parkplätzen und Eintrittszeiten beschäftigen möchte, bucht am besten eine organisierte Vesuv-Tour ab Neapel.
Die Kleinbusse bringen dich direkt bis zum Eingang des Nationalparks auf etwa 1.000 Metern Höhe. Von dort steigst du selbstständig zu Fuß zum Kraterrand hinauf.
Besonders praktisch sind Kombitouren, bei denen du den Vesuv und die Ausgrabungen von Pompeji an einem Tag besuchst. So sparst du dir die etwas umständliche Organisation der Transfers zwischen Neapel, Pompeji und dem Vulkan.
Zur Vesuv-Tour mit Transfer ab Neapel
Zur Vesuv- und Pompeji-Tour mit Transfer ab Neapel
Was sollte man über den Vesuv wissen?
Der Vesuv liegt rund 20 Kilometer östlich von Neapel und ist der einzige aktive Vulkan auf dem europäischen Festland.
Berühmt wurde er vor allem durch seinen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. Damals zerstörten Asche, Gestein und pyroklastische Ströme die römischen Städte Pompeji und Herculaneum. Die letzte Eruption fand 1944 statt.
Heute ist der Vesuv rund 1.281 Meter hoch und Teil des Parco Nazionale del Vesuvio. Der öffentlich zugängliche Wanderweg führt bis an den Rand des Gran Cono, des großen Vulkankraters.
Gut zu wissen: Der Vesuv besteht streng genommen aus zwei Vulkanen. Der ältere Monte Somma bildet einen halbkreisförmigen Bergrücken rund um den jüngeren Vesuvkegel. Vom Aufstieg aus kannst du die beiden deutlich voneinander unterscheiden.
Vesuv besteigen: Wie läuft der Aufstieg ab?
Die klassische Vesuv-Wanderung beginnt am Piazzale di Quota 1000 auf etwa 1.000 Metern Höhe.
Hier befindet sich der Eingang zum Wanderweg Nummer 5, dem Sentiero del Gran Cono. Nach der Ticketkontrolle führt ein steiler, unbefestigter Weg in mehreren Serpentinen den Vulkan hinauf.
Der erste Abschnitt ist relativ steil. Technisch schwierig ist der Weg aber nicht. Nach rund 20 bis 30 Minuten erreichst du den westlichen Rand des Kraters.
Von dort führt der Weg ein Stück am Kraterrand entlang. Du blickst direkt in den gewaltigen Vulkankessel, aus dessen Felsspalten teilweise Dampf aufsteigt.
Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick über den Golf von Neapel. Bei klarer Sicht erkennst du Neapel, Capri, Ischia, Procida, die sorrentinische Halbinsel und manchmal sogar die Küste des Cilento.
Ein kompletter Rundgang um den Krater ist nicht möglich. Teile des nördlichen und östlichen Kraterrands sind aus Sicherheits- und Naturschutzgründen gesperrt.
Für den normalen Hin- und Rückweg solltest du insgesamt etwa 90 Minuten bis zwei Stunden einplanen.
Vesuv Tickets: Das musst du beachten
Tickets für den Gran Cono werden ausschließlich online verkauft. Eine klassische Tageskasse am Eingang gibt es nicht.
Buche dein Ticket deshalb unbedingt vor der Anfahrt. Rund um den Eingang ist der Handyempfang schwach und teilweise gar nicht vorhanden.
Beim Kauf wählst du ein Datum und ein Zeitfenster. Die Zahl der Besucher ist begrenzt, weshalb beliebte Termine, zum Beispiel am Wochenende, ausverkauft sein können.
Der reguläre Eintritt beginnt bei 12 Euro auf der offiziellen Webseite.
Für Besucher unter 25 Jahren sowie Einwohner der Gemeinden des Nationalparks gibt es ermäßigte Tickets. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.
Ein Teil des täglichen Kontingents wird als Last-Minute-Ticket freigeschaltet. Darauf solltest du dich bei einer fest geplanten Reise aber nicht verlassen.
Ticket für den Vesuv buchen
Achte beim Buchen genau darauf, was im Preis enthalten ist. Viele Plattformen verkaufen Vesuv-Tickets zusammen mit Transfers, Audioguides oder Touren und verlangen deshalb deutlich mehr als der offizielle Ticketshop.
Vesuv besteigen: So funktioniert die Anreise
Die Anreise ist der komplizierteste Teil eines Vesuv-Ausflugs. Eine Seilbahn wie auf dem Ätna in Sizilien gibt es nicht.
Welche Variante sich am besten eignet, hängt davon ab, ob du aus Neapel, Pompeji oder mit dem eigenen Auto kommst.
Mit einer organisierten Tour ab Neapel
Am unkompliziertesten ist ein Transfer ab Neapel.
Die Busse starten meist in der Nähe des Hauptbahnhofs Napoli Centrale beziehungsweise an der Piazza Garibaldi und fahren direkt hoch zum Eingang des Nationalparks.
Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 45 bis 60 Minuten. Oben hast du normalerweise rund zwei Stunden Zeit für den Aufstieg, den Kraterrand und den Rückweg.
Diese Variante ist zwar teurer als die Anreise auf eigene Faust, spart aber viel Organisation.
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Mit Zug und Shuttle über Ercolano
Eine beliebte Möglichkeit führt über Herculaneum.
Vom Untergeschoss des Bahnhofs Napoli Centrale nimmst du die Bimmelbahn Circumvesuviana in Richtung Sorrent und steigst an der Station Ercolano Scavi aus.
Vor dem Bahnhof starten private Shuttle-Busse in Richtung Vesuv. Die Fahrt bis zum Eingang dauert ungefähr 30 Minuten.
Achte beim Kauf darauf, ob der Eintritt in den Nationalpark bereits enthalten ist. Einige Anbieter verkaufen nur den Transfer, andere ein Kombiticket aus Hin- und Rückfahrt und Vesuv-Eintritt.
Die Verbindung über Ercolano lässt sich gut mit einem Besuch der Ausgrabungen von Herculaneum kombinieren.
Mit dem Auto auf den Vesuv
Mit dem eigenen Auto fährst du über die Autobahn A3 und nimmst die Ausfahrt Torre del Greco. Von dort folgst du den Schildern in Richtung Vesuvio.
Privatautos dürfen nicht bis direkt zum Eingang des Gran Cono fahren. Du musst dein Fahrzeug auf dem offiziellen Parkplatz auf etwa 800 Metern Höhe abstellen, für 7 Euro pro Tag.
Den Parkplatz solltest du vorab online reservieren. Vom Parkplatz sind es noch etwa 2 Kilometer bis zum Eingang auf 1.000 Metern.
Für diesen Abschnitt gibt es einen kostenpflichtigen Shuttle-Bus (3 Euro pro Person). Alternativ kannst du an der Straße entlang nach oben laufen, solltest dafür aber ungefähr 30 Minuten zusätzlich einplanen.
Wichtig: Kaufe das Vesuv-Ticket, das Parkticket und gegebenenfalls den Shuttle getrennt. Eine Parkplatzreservierung beinhaltet nicht automatisch den Eintritt zum Krater.
Vesuv und Pompeji an einem Tag besuchen

Pompeji und den Vesuv an einem Tag zu besuchen ist möglich und thematisch natürlich besonders spannend.
Du siehst zuerst die Stadt, die der Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. verschüttete, und stehst anschließend am Krater des Vulkans, der dafür verantwortlich war.
Trotzdem wird der Tag relativ voll. Für Pompeji solltest du mindestens vier Stunden einplanen, für den Vesuv mit Transfer weitere drei bis vier Stunden.
Beginne am besten morgens in Pompeji und fahre am frühen Nachmittag zum Vulkan. Im Hochsommer kann auch die umgekehrte Reihenfolge sinnvoll sein, weil der Aufstieg am Vormittag noch etwas angenehmer ist.
Zur Vesuv- und Pompeji Tour mit Transfer ab Neapel
Unser Tipp: Wer Pompeji ausführlich besichtigen möchte, sollte beide Sehenswürdigkeiten auf zwei Tage verteilen. Die Ausgrabungsstätte ist riesig und verdient mindestens einen ganzen Tag.
Wie anstrengend ist es, den Vesuv zu besteigen?
Der Aufstieg zum Kraterrand ist kurz, aber stellenweise steil.
Du überwindest auf losem vulkanischem Untergrund ungefähr 200 Höhenmeter. Für Menschen mit normaler Kondition ist das gut machbar, sofern sie sich Zeit lassen.
Anstrengend wird die Wanderung vor allem durch:
- bergauf wandern auf vulkanischem Geröll
- die intensive Sonne im Sommer
- starken Wind am Kraterrand
- fehlenden Schatten auf dem gesamten Weg
Eine klassische Hochgebirgstour ist die Vesuv-Wanderung jedoch nicht. Auch ungeübte Wanderer erreichen den Krater in etwa 30 Minuten.
Für Rollstühle, Kinderwagen und Menschen mit Gehproblemen ist der Weg wegen der Steigung nicht geeignet.
Kann man mit Kindern den Vesuv besuchen?
Mit Kindern im Schulalter ist der Aufstieg zum Krater normalerweise gut machbar. Der Weg ist breit und technisch unkompliziert, und der Blick in einen echten Vulkankrater ist auch für Kinder spannend.
Mit kleinen Kindern solltest du bedenken, dass es keinen Schatten gibt und der Untergrund stellenweise rutschig ist.
Ein Kinderwagen ist für den Aufstieg ungeeignet. Bei sehr kleinen Kindern ist eine Trage die bessere Lösung.
Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mit. Direkt am Kraterrand sollten Kinder immer in der Nähe eines Erwachsenen bleiben, auch wenn der öffentliche Weg gesichert und klar abgegrenzt ist.
Wie sicher ist es, den Vesuv zu besteigen?
Der Vesuv ist ein aktiver Vulkan, wird aber rund um die Uhr überwacht.
Das Osservatorio Vesuviano registriert unter anderem Erdbeben, Bodenbewegungen, Temperaturveränderungen und vulkanische Gase. Bei Anzeichen erhöhter Aktivität würde der Nationalpark geschlossen.
Für Besucher sind Wetter und Untergrund normalerweise die unmittelbareren Risiken. Starker Wind, Hitze, schlechte Sicht, loses Geröll und im Winter auch Schnee oder Eis können die Wanderung erschweren.
Bleibe deshalb auf dem markierten Weg und respektiere Absperrungen. Dass einige Bereiche des Kraterrands nicht öffentlich zugänglich sind, hat sowohl Sicherheits- als auch Naturschutzgründe.
Vesuv besteigen: unsere praktischen Tipps
Der Vesuv ist touristisch gut erschlossen. Trotzdem gibt es einige Punkte, die du bei der Planung beachten solltest.
Tickets frühzeitig reservieren: Der Eintritt ist auf feste Zeitfenster und eine begrenzte Besucherzahl beschränkt. Besonders zwischen April und Oktober solltest du dein Ticket einige Tage im Voraus buchen. Für Wochenenden, Feiertage und die Hauptreisezeit im Sommer ist eine noch frühere Reservierung sinnvoll. Speichere das Ticket vor der Anfahrt auf deinem Smartphone oder drucke es aus. Verlasse dich nicht darauf, es erst am Eingang herunterzuladen.
Feste Schuhe tragen: Der Wanderweg ist breit, aber nicht asphaltiert. Feiner Vulkansand und loses Geröll können besonders beim Abstieg rutschig sein. Wanderschuhe sind für den normalen Aufstieg nicht zwingend erforderlich. Geschlossene Schuhe mit gutem Profil solltest du aber unbedingt tragen. Sandalen und Flip-Flops sind ungeeignet.
Sonnenschutz nicht unterschätzen: Auf dem Weg zum Krater gibt es praktisch keinen Schatten. Im Sommer können Sonne und Hitze anstrengender sein als die eigentliche Steigung. Nimm deshalb Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und ausreichend Wasser mit. Am angenehmsten ist der Aufstieg morgens oder am späteren Nachmittag.
Eine Jacke mitnehmen: Auch wenn es in Neapel warm ist, kann es am Kraterrand deutlich kühler und windiger sein. Vor allem im Frühling, Herbst und Winter solltest du eine winddichte Jacke oder mehrere Kleidungsschichten dabeihaben. Das Wetter auf dem Vulkan kann sich schnell ändern.
Nicht zu knapp planen: Für den Weg vom Eingang zum Krater, den Aufenthalt oben und den Rückweg solltest du etwa zwei Stunden reservieren. Mit der Anreise aus Neapel wird aus dem Vesuv-Ausflug schnell ein halber Tag. Wer zusätzlich Pompeji oder Herculaneum besucht, sollte den gesamten Tag freihalten.
Toiletten vorher benutzen: Direkt am Piazzale di Quota 1000 stehen laut Nationalpark nicht immer öffentliche Toiletten zur Verfügung. Nutze deshalb besser die Toiletten am Parkplatz, Bahnhof oder vor der Fahrt zum Vulkan. Auch Essen und ausreichend Wasser solltest du bereits vor der Ankunft besorgen.
Wann ist die beste Zeit, um den Vesuv zu besteigen?

Die angenehmsten Monate sind April bis Mai sowie September und Oktober.
Dann sind die Temperaturen milder als im Hochsommer und die Sicht über den Golf von Neapel ist häufig klarer.
Im Juli und August kann der Aufstieg wegen der Hitze anstrengend werden. Gleichzeitig ist in diesen Monaten besonders viel los.
Auch im Winter ist ein Besuch grundsätzlich möglich. Allerdings können Regen, Nebel, Schnee, Eis und starker Wind zu kurzfristigen Sperrungen führen.
Unabhängig von der Jahreszeit lohnt sich ein möglichst früher Termin. Am Vormittag ist es häufig ruhiger, die Luft klarer und die Temperatur angenehmer.
Wie viel Zeit braucht man für den Vesuv?
Nur für den Aufstieg und den Besuch des Kraters solltest du etwa 90 Minuten bis zwei Stunden einplanen.
Je nach Anreise brauchst du insgesamt:
- etwa drei bis vier Stunden mit einem direkten Transfer ab Neapel
- ungefähr einen halben Tag bei eigener Anreise mit Auto, Zug und Shuttle
- einen ganzen Tag für die Kombination aus Vesuv und Pompeji
Der Vesuv ist damit ein gut machbarer Halbtagesausflug ab Neapel. Wer ihn mit einer Ausgrabungsstätte verbindet, sollte jedoch früh starten und großzügige Zeitpuffer einplanen.
Lohnt es sich, den Vesuv zu besteigen?
Der Vesuv ist touristisch, häufig gut besucht und der öffentlich zugängliche Aufstieg relativ kurz. Eine einsame Vulkanwanderung solltest du deshalb nicht erwarten.
Trotzdem lohnt sich der Besuch allemal.
Direkt am Rand eines der berühmtesten, aktiven Vulkane der Welt zu stehen, ist ein besonderes Erlebnis. Hinzu kommen der Blick über den Golf von Neapel und die Verbindung zur Geschichte von Pompeji und Herculaneum.
Gerade wenn du mehrere Tage in Neapel verbringst, gehört der Vesuv zu den Neapel Sehenswürdigkeiten, die du nicht auslassen solltest.
Öffnungszeiten des Vesuvs
Die Öffnungszeiten des Gran Cono ändern sich je nach Jahreszeit:
- Januar, Februar, November und Dezember: 9 bis 15 Uhr
- März und Oktober: 9 bis 16 Uhr
- April, Mai, Juni und September: 9 bis 17 Uhr
- Juli und August: 9 bis 18 Uhr
Der Besuch muss spätestens eine Stunde nach dem letzten möglichen Einlass beendet sein.
Bei schlechtem Wetter oder erhöhter Waldbrandgefahr kann der Wanderweg kurzfristig geschlossen werden. Kontrolliere deshalb am Morgen deines Besuchs die aktuellen Hinweise des Nationalparks.






