Wenn morgens der winterliche Nebel über den Kanälen liegt und die Paläste wie aus einem Traum auftauchen, zeigt Venedig sein geheimnisvollstes Gesicht.
In der Stille des Winters entfaltet Venedig eine Magie, die im Sommer hinter Menschenmassen verschwindet.
In den Gassen, die sonst voller Touristen sind, hallen im Winter deine Schritte wieder – und auch die schönsten Hotels sind verhältnismäßig günstig. Wer Venedig im Winter besucht, erlebt nicht weniger, sondern mehr.
Das Wetter in Venedig im Winter

Der Winter in Venedig ist milder als in Deutschland. Tagsüber sind es in der Regel zwischen 5 und 15 Grad und während in Deutschland sich zwischen November und Februar die Sonne so gut wie nie blicken lässt, gibt es in Venedig durchaus immer wieder sonnige Tage.
Etwas ganz Besonderes ist aber der typische venezianische Nebel, der „nebbia“. Der hüllt im Winter Venedig vor allem morgens und nach Sonnenuntergang in einen geheimnisvollen Schleier, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Für Foto-Begeisterte entstehen so besonders schöne Fotomotive.
Diese Orte lohnen sich im Winter in Venedig besonders
Während die Warteschlangen in der Hochsaison immer und überall lang sind, kannst du in Venedig im Winter beim Markusdom und Co. direkt zum Ticketschalter.
Hier kommen die Sehenswürdigkeiten, die im Sommer immer brechend voll sind und sich daher in Venedig im Winter viel mehr lohnen:
Der Dogenpalast: Venedigs Machtzentrum



Der Dogenpalast (Palazzo Ducale) steht direkt neben dem Markusdom und gehört zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeit von Venedig. Von Palast aus haben die Dogen Jahrhunderte lang über die venezianische Republik und das halbe Mittelmeer geherrscht.
Vor dem Dogenpalast stehen in der Hochsaison immer lange Schlangen – in der Nebensaison kann man dagegen den Besuch ganz spontan planen und sich die Schätze des Palastes ohne Gedränge ansehen.
Zum einfachen Ticket für den Dogenpalast
Das gibt es im Dogenpalast zu sehen:
- Die Seufzerbrücke: aus dem Dogenpalast kannst du sie überqueren
- Die Bleikammern, also die Gefängniszellen, aus denen einst Casanova ausgebrochen ist. Um diese zu sehen, brauchst du dieses Ticket: Dogenpalast inklusive Bleikammern
- Die Waffenkammer mit historischen Rüstungen, Waffen und erbeuteten Wertgegenständen
- Die gigantische Treppe „Scala dei Giganti“ mit Statuen von Mars und Neptun
- Den über 50 Meter langen Saal Sala del Maggior Consiglio (Großer Ratssaal) mit dem größten Ölgemälde der Welt „Paradiso“ von Tintoretto
Der Markusdom

8000 Quadratmeter, fünf Kuppel, ein Schatz und ein mit goldenen Mosaiken bedecktes Kirchenschiff, was dem Dom die Bezeichnung „Goldene Kirche“ verschafft hat.
Wenn du den Dom von Venedig siehst, verstehst du erst die Macht und den Reichtum, den die Stadt als Seerepublik einst hatte.
Der Markusdom erinnert ein bisschen an ein orientalisches Monument. Das liegt daran, dass Venedig im Mittelalter intensive Handelsbeziehungen zum byzantinischen Reich hatte und nach der Plünderung von Konstantinopel orientalische Künstler und Handwerker in die Stadt brachte. Die trugen maßgeblich zum Bau des Doms bei.
Der Dom ist schon von außen beeindruckend, du solltest aber unbedingt auch rein. Im Winter gibt es kaum Warteschlangen, und wenn ja, bekommst du für 10 Euro den Schnelleinlass.
Zum Markusdom-Ticket ohne Anstehen

Praktische Tipps für den Besuch des Markusdoms
- Die beste Besuchszeit ist früh morgens oder am späten Nachmittag, um Warteschlangen zu entgehen. Mit etwas Glück kommt man aber im Winter auch zu anderen Uhrzeiten schnell hinein.
- Wie in allen Kirchen in Italien, gibt es einen Dresscode: bedeckte Schultern und Knie. Im Winter ist das aber ja kein Problem.
- Die unterschiedlichen Lichteffekte der Mosaiken zu verschiedenen Tageszeiten sind super beeindruckend. Die schönste Uhrzeit ist vormittags, wenn die Sonne durch die oberen Fenster fällt und die goldenen Mosaike in der Kuppel zum Leuchten bringt.
Eine Gondelfahrt ohne Staus machen

Gondelfahrten gehören zu Venedig einfach dazu und sind wunderschön – besonders im Winter.
Wenn die Kanäle stiller werden, kein Verkehrsstau auf dem Wasser herrscht und der Nebel sich wie ein Schleier über die Stadt legt, zeigt Venedig seine romantischste Seite.
Im Gegensatz zum Sommer musst du nicht anstehen oder deine Fahrt im Voraus buchen. Viele Gondolieri haben im Winter mehr Zeit und die Preise sind auch verhandelbarer – vor allem, wenn du bereit bist, die Gondel nicht direkt am Markusplatz, sondern zum Beispiel im Viertel Cannaregio zu nehmen.
Tipps für die Gondelfahrt in Venedig im Winter
- Die beste Tageszeit für eine Fahrt ist kurz vor Sonnenuntergang – dann leuchten die Fassaden warm im letzten Licht und die Stadt wirkt fast magisch.
- Starte nicht an den großen Touristenpunkten – such dir lieber eine Gondelstation in Cannaregio oder Dorsoduro. Günstiger, authentischer, charmanter.
- Wenn du Fotos machen willst: Winterlicht = Gold! Besonders auf dem Wasser.
Venedig von oben – der Markusturm ohne Gedränge


Der Campanile di San Marco ist mit seinen fast 100 Metern das höchste Bauwerk Venedigs – und der beste Ort, um die Stadt von oben zu sehen. Vom Glockenturm aus breitet sich Venedig zu deinen Füßen aus: das rote Dächermeer, die glitzernde Lagune, die kleinen Inseln am Horizont und der Markusplatz direkt unter dir.
Im Sommer stehen die Leute in der prallen Sonne an, um mit dem Aufzug hochzufahren. Im Winter dagegen gehst du einfach durch – kein Anstehen, kein Stress, dafür eine Aussicht, die fast surreal wirkt. Wenn leichter Nebel über der Stadt liegt und nur die Kirchturmspitzen aus dem Dunst ragen, fühlt sich Venedig ein bisschen an wie ein Traum.
Drinnen fährt dich ein Aufzug bequem nach oben. Oben auf der Plattform bist du vor Wind geschützt – nur der Blick ist grenzenlos.
Praktische Tipps für den Markusturm im Winter
- Beste Zeit: Vormittags bei klarer Sicht – das Licht ist dann besonders schön und du siehst bis zu den Alpen.
- Der Eintritt kostet 10 Euro, Tickets gibt’s direkt am Eingang oder online – im Winter auch ganz spontan.
- Wenn du Glück hast, erlebst du das Glockenläuten hautnah – beeindruckend laut, aber Gänsehaut garantiert. Zum Beispiel samstags um 12 Uhr und sonntags um 10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 14:00 Uhr, 17:00 Uhr.
Bootsfahrt nach Murano


Murano ist weltberühmt für seine Glasbläserkunst – und im Winter wirkt die Insel fast wie ein verschlafenes Künstlerdorf. Keine Touristenströme, keine überfüllten Vaporetto-Boote, kein Lärm. Nur du, die ruhigen Gassen, kleine Werkstätten mit dampfenden Öfen – und Glas, das in allen Farben schimmert.
Im Sommer ist Murano oft überlaufen, man hetzt von einem Kanal zum nächsten. Im Winter kannst du dir Zeit nehmen. Du siehst den Glasbläsern in aller Ruhe bei der Arbeit zu, hörst das leise Pfeifen der Rohre, das Knistern der Hitze – und manchmal bekommst du sogar eine spontane Mini-Führung durch die Werkstatt.
Das Glas wirkt im Winterlicht besonders schön – ob als bunte Skulptur im Schaufenster oder als filigrane Vase auf dem Werktisch. Viele Geschäfte haben Rabatte in der Nebensaison, und wenn du wirklich etwas Schönes suchst, bekommst du oft ehrliche Beratung statt Verkaufsshow.
Wolltest du schon immer mal sehen, wie Glas hergestellt wird? Das geht in der Vetreria Artistica Colleoni. Die liegt direkt am Hafen von Murano und bietet Touren und Vorführungen durch die Werkstatt.
Zum Ticket für eine Glasbläservorführung
Praktische Tipps für einen Ausflug nach Murano im Winter
- Nimm das Vaporetto der Linie 4.1 oder 4.2 vom Fondamente Nove – die Überfahrt dauert nur ca. 15 Minuten.
- Besuche eine der alten Glasmanufakturen wie Vetreria Murano Arte oder Venini – viele bieten im Winter kostenlose Vorführungen an.
- Kombiniere deinen Ausflug mit einem Abstecher nach Burano – auch dort ist es im Winter märchenhaft ruhig.
Wo übernachten in Venedig im Winter?

Luxushotels wie das Ca‘ Vendramin Zago sind in Venedig im Winter viel günstiger
Kurz: überall! Wenn du Venedig im Winter besuchst, solltest du unbedingt von den günstigeren Übernachtungspreisen profitieren und dir so richtig was gönnen.
Selbst Luxushotels verringern ihre Preise im Winter zum Teil um bis zu 40-50 Prozent.
Hier folgen die schönsten Venedig-Hotels, die im Winter bezahlbar sind:
Ca‘ Vendramin Zago: Luxuriöse Zimmer im Palazzo aus dem 17. Jahrhundert.
Hotel Aquarius: individuelle designte Zimmer und sehr gutes, üppiges Frühstück.
Hotel Indigo: Boutique Hotel im ehemaligen Kloster. Im Frühling sind die Zimmerpreise doppelt so hoch.
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