Wem für den Urlaub mit Kindern kurze Wege, Natur und ausreichend Platz wichtig sind, findet in der Toskana sehr gute Bedingungen. Entscheidend ist jedoch, die Region bewusst zu wählen und den Aufenthalt realistisch zu planen.
Wir sind Eltern und in der Toskana geboren. Aus eigener Erfahrung zeigen wir hier, welche Orte sich mit Kindern wirklich eignen, welche Aktivitäten gut funktionieren – und wo man Zeit besser anders investiert.
Wo eignet sich ein Urlaub am besten in der Toskana mit Kindern?
Übernachten im Agriturismo auf dem Land


Das Agriturismo Amina im Chianti bietet zum Beispiel einen Kinderspielplatz und Pool
Eine der besten Entscheidungen für die Toskana mit Kindern ist die Wahl einer Unterkunft auf dem Land. Viele Agriturismi verfügen über:
- große Außenflächen mit Spielgeräten
- Pool
- Tiere auf dem Hof
- einfache, gesunde Küche
- kein Verkehr
Kinder haben Bewegungsfreiheit, während Erwachsene die Ruhe genießen. Besonders rund um Siena oder im Val d’Orcia finden sich zahlreiche familiengeeignete Agriturismi.
Unsere Tipps für eine Unterkunft in der Toskana mit Kindern:
- Agriturismo Amina: Weingut zwischen Siena und Florenz mit Kinderspielplatz und Außenpool
- Agriturismo Bio Fattoria Bacio: Ferienwohnungen mit eigenem Garten, Pool und Fahrradverleih eine halbe Stunde von Florenz entfernt
- Castel Brunello: altes Weingut im Val d’Orcia mit Ferienwohnungen, Pool und Reiterhof in der Nähe
Lies auch unseren Beitrag über die schönsten Weingüter in der Toskana.
Die Maremma – zwischen Pinienwäldern und Meer

Der Süden der Toskana ist besonders familienfreundlich.
In der Maremma gibt es lange Sandstrände, Pinienwälder und weite Landschaften. Orte wie Follonica oder Castiglione della Pescaia bieten flach abfallendes Meer, Spielplätze direkt am Strand und viel Unterhaltung auch am Abend.
Die Atmosphäre ist entspannter als in den großen Kunststädten im Norden. Wer mit jüngeren Kindern reist, findet hier ideale Bedingungen für Strandtage und Ausflüge.
Elba – kompakte Insel mit Traumstränden

Elba ist eine sehr gute Wahl für Familien. Die nur eine Stunde vom Festland entfernte Insel ist überschaubar, Wege sind kurz und die Strände oft gut erreichbar.
Kleine Buchten wechseln sich mit Sandstränden ab, mit dem Sessellift geht es hoch auf den Monte Capanne und in Dörfern wie Capoliveri oder Marina di Campo gibt es Pizzerias, lebhafte Piazzas und Eisdielen.
Wer in der Toskana mit Kindern Strandurlaub mit Natur verbinden möchte, findet hier eine wirklich gute Balance.
Städte in der Toskana mit Kindern – sinnvoll oder stressig?
Florenz: unbedingt, aber mit Maß

Florenz ist beeindruckend und ein Muss unter den Highlights der Toskana, aber mit kleineren Kindern schnell anstrengend. Viele Besucher und lange Warteschlangen können fordernd sein. Es gilt also euren Besuch zu bestmöglich zu optimieren.
Wenn ihr Florenz mit Kindern besucht:
- früh starten
- eine Kinderwagen mitnehmen
- Trinkflasche einpacken. In Florenz gibt es mehrere Wasserspender, wo ihr sie gratis auffüllen könnt, zum Beispiel am Palazzo Vecchio
- maximal einen halben Tag einplanen
- klare Schwerpunkte setzen (z. B. Dom und ein Eis in der Piazza Santo Spirito. So könnt ihr zwischen den beiden viele Florenz Sehenswürigkeiten mitnehmen)
- Tickets unbedingt im Voraus kaufen, um die Warteschlangen zu überspringen
Unser Tipp: Wenn eure Kinder schon ein bisschen älter sind, lohnt es sich auf die Kuppel des Doms zu steigen. Das sind 463 Stufen, der Weg nach oben ist sehr beeindruckend!
Zum Ticket für den Aufstieg zum Dom
Siena: ein Muss, aber nicht als Hauptquartier

Siena wirkt kompakter als Florenz und ist dadurch mit Kindern besser überschaubar. Der zentrale Platz, die Piazza del Campo, bietet viel Raum zum Ankommen und freiem Herumrennen.
Gleichzeitig ist Siena stark hügelig. Viele Wege führen steil bergauf oder bergab, was mit Kinderwagen oder müden Beinen schnell anstrengend werden kann. Wer Siena mit Kindern besucht, sollte ausreichend Pausen einplanen und sich auf wenige Highlights konzentrieren – etwa den Dom und die Piazza del Campo.
Für einen halben Tag eignet sich Siena gut. Für mehrere Tage ist die Stadt mit jüngeren Kindern anstrengender, da es in der Altstadt keinerlei Parks oder Spielplätze gibt.
Pisa: kurz und gut planbar

Pisa eignet sich als kurzer Zwischenstopp. Die Piazza dei Miracoli ist übersichtlich und offen – Kinder haben hier mehr Bewegungsfreiheit als in engen Altstädten. Und der Schiefe Turm ist auch für sie eine Attraktion!
Hinweis: Kinder dürfen aus Sicherheitsgründen erst ab 8 Jahren auf den Turm steigen.
Zum Ticket für den Schiefen Turm von Pisa
Eine weitere spannende Aktivität mit Kindern ist der Rundgang über der mittelalterliche Wehrmauer, die quer durch Pisa führt. Kinder unter 8 Jahren haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 5 Euro. Der Zugang ist an der Torre Santa Maria auf der Piazza dei Miracoli.
Lucca: entspannt und kinderfreundlich

Lucca ist eine der besten Städte für die Toskana mit Kindern.
Die vollständig erhaltene Stadtmauer kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad umrundet werden und ist voller Grünflächen. Die Altstadt ist fast vollständig autofrei, sodass Kinder gefahrenfrei herumrennen können.
Die Atmosphäre ist allgemein ruhiger als in Florenz oder Siena, obwohl die hübsche Altstadt absolut sehenswert ist.
Sehenswürdigkeiten in der Toskana mit Kindern
Baden in heißen Quellen

Die verschiedenen natürlichen Thermalquellen der Toskana sind für Groß und Klein ein besonderes Erlebnis.
Das Wasser ist warm, die Becken sind flach gestaffelt und frei zugänglich. Mit älteren Kindern funktioniert das sehr gut – mit Kleinkindern sollte man die Temperatur beachten. Hier findet ihr heiße Quellen in der Toskana:
- Terme di Saturnia (in der südlichen Toskana)
- Terme di San Filippo (im Val d’Orcia)
- Bagno Vignoni (im Val d’Orcia)
- Terme di Petriolo (in der Nähe von Siena)
Giardino dei Tarocchi

© DustyLosAngeles – CC BY-SA 4.0
Der Giardino dei Tarocchi („Garten des Tarot“) ist ein sehr ungewöhnlicher, skulpturaler Park in der südlichen Toskana, der sich gut für einen Ausflug mit Kindern eignet. Er wurde von der Künstlerin Niki de Saint Phalle gestaltet und zeigt gigantische, farbige Figuren, die den Tarotkarten nachempfunden sind.
Kinder und Erwachsene bewegen sich hier durch einen künstlerischen Raum, der spielerisch, fast märchenhaft wirkt – eine Mischung aus Garten, Skulpurenpark und interaktivem Kunstwerk. Die Figuren können umrundet oder bestiegen werden und wirken gerade im Sonnenlicht sehr lebendig.
Parco di Pinocchio
Der Parco di Pinocchio in Collodi ist für viele Kinder ein Klassiker in der nördlichen Toskana: Ein Park, der die berühmte Geschichte von Pinocchio in einer Grünanlage erzählt und dabei Kunstwerke, Skulpturen und Szenen der Erzählung erlebbar macht.
Der Rundgang durch den Park folgt dem Märchenpfad, erzählt über Figuren, Mosaike und Installationen das Abenteuer des Holzköpfchens nach und eignet sich besonders für Kinder, die noch Freude an Fantasie, Entdeckungen und räumlicher Erkundung haben.
Viele Familien verbinden den Besuch mit einem Spaziergang durch den angrenzenden Giardino Storico Garzoni oder einem Abstecher zur Casa delle Farfalle (Schmetterlingshaus), was den Ausflug abwechslungsreicher macht.



