Neapel ist keine Stadt, die sich über Ordnung oder Übersicht erschließt.
Sie liegt zwischen Meer und Vulkan, zwischen Jahrtausende alte Geschichte und moderner Großstadt, zwischen enormer kultureller Dichte und sichtbaren Brüchen.
Viele Sehenswürdigkeiten Neapels sind keine isolierten Monumente, sondern Teil eines dichten urbanen Gefüges – eine Explosion aus Farben, Gerüchen, Stimmen und Eindrücken.
Die folgenden Neapel Highlights geben einen Überblick über jene Orte, an denen sich Geschichte, Alltag und Stadtstruktur besonders deutlich zeigen.
Centro Storico – ein Gewirr aus Häuserschluchten und Kultur


Die Altstadt von Neapel gehört zu den größten historischen Stadtzentren Europas und steht als Ganzes unter UNESCO-Schutz.
Sie folgt in weiten Teilen noch dem antiken Straßengrundriss aus griechischer und römischer Zeit. Entlang der Hauptachsen Spaccanapoli und Via dei Tribunali reihen sich Kirchen, Palazzi, kleine Werkstätten und Wohnhäuser dicht aneinander.
Hier findet man den Zugang zum Untergrund Neapels sowie die bekanntesten Pizzerien der Stadt.
Napoli Sotterranea – Neapels Untergrund
Rund 40 Meter unter der Altstadt erstreckt sich ein weitläufiges Netz aus Tunneln, Zisternen und Hohlräumen.
Das sogenannte Unterirdische Neapel geht auf griechische Steinbrüche zurück und wurde über Jahrhunderte weiter genutzt – als Wasserspeicher, Schutzraum und Lager.
Führungen durch Napoli Sotterranea zeigen eine zweite Ebene der Stadt, die verdeutlicht, wie stark Neapel über und unter der Erde miteinander verbunden ist.
Zum Ticket für Napoli Sotterranea
Catacombe di San Gennaro

Die Katakomben von San Gennaro liegen im Stadtteil Sanità und gehören zu den bedeutendsten frühchristlichen Begräbnisstätten Süditaliens. Sie zählen definitiv zu den beeindruckendsten Highlights von Neapel.
Das weitläufige Tunnelsystem entstand zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert und diente über Jahrhunderte als Grab- und Kultstätte. Fresken, Mosaike und Grabkammern geben Einblick in die frühe christliche Kunst und Bestattungskultur.
Im Unterschied zu den Katakomben in Rom wirken die Anlagen von San Gennaro offen und großzügig.
Ihr Besuch verbindet die Geschichte des frühen Christentums mit dem heutigen Stadtviertel Sanità und zeigt, wie eng religiöse Orte, Stadtentwicklung und soziale Räume in Neapel miteinander verknüpft sind.
Murales di Maradona

Das Maradona-Mural befindet sich in den Spanischen Vierteln und zeigt den Fußball-Star Diego Armando Maradona, der in den 1980er-Jahren zur prägenden Figur der Stadt wurde.
Das großflächige Wandbild ist heute einer der meistbesuchten Neapel Highlights und zugleich ein sozialer Treffpunkt des Viertels.
Rund um das Mural haben sich kleine Altäre, Fahnen, Fotos und persönliche Erinnerungsstücke angesammelt. Der Ort steht weniger für Fußball als für Identifikation und Selbstbewusstsein.
Er macht sichtbar, welche Bedeutung Maradona für Neapel bis heute hat – als Symbol für Aufstieg, Widerstand und kollektiven Stolz.
Museo Archeologico Nazionale di Napoli
Das Archäologische Nationalmuseum gehört zu den wichtigsten Museen Italiens und kann problemlos mit den Uffizien in Florenz oder den Vatikanischen Museen mithalten.
Hier befinden sich zahlreiche Funde aus Pompeji und Herculaneum, darunter Mosaike, Skulpturen und Alltagsgegenstände.
Das Museum bietet einen unverzichtbaren historischen Kontext für den Besuch der Vesuvstädte und verdeutlicht Neapels Rolle als Hüter antiken Erbes.
Spaccanapoli – Neapels Lebensader

Spaccanapoli ist eine der ältesten Straßen der Stadt und durchschneidet die Altstadt von Ost nach West.
Entlang dieser Achse liegen Kirchen, Klöster, kleine Plätze und Geschäfte.
Spaccanapoli ist weniger Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn als eine urbane Lebensader, an der sich der Rhythmus Neapels besonders gut beobachten lässt.
Castel Sant’Elmo

Die Festung Castel Sant’Elmo thront vom Viertel Vomero über der Stadt und diente lange Zeit militärischen Zwecken.
Die Festung ist heute ein Aussichtspunkt und Veranstaltungsort. Von hier aus hat man einen wunderbaren 360-Grad-Blick auf das Meer, den Vesuv und die ganze Stadt.
Nach oben kommt man mit der Standseilbahn von der Stazione di Montesanto, ein kurzer Spaziergang von der zentralen Via Toledo entfernt.
Galleria Umberto I

Die Galleria Umberto I liegt unweit des Hafens und des Teatro di San Carlo und wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.
Die überdachte Passage mit Glaskuppel, Mosaikboden und symmetrischem Grundriss entstand als Teil eines städtebaulichen Erneuerungsprojekts nach der italienischen Einigung.
Heute dient die Galleria weniger als Einkaufszentrum im klassischen Sinn, sondern als öffentlicher Durchgangsraum.
Cafés, Buchläden und Treffpunkte prägen das Bild. Die Galleria Umberto I zeigt eine andere Seite Neapels: den Versuch, Ordnung, Repräsentation und modernes Stadtleben in eine historisch gewachsene Struktur einzufügen.
Quartieri Spagnoli – das Spanische Viertel

Die Spanischen Viertel entstanden im 16. Jahrhundert als Wohngebiet für spanische Soldaten unterhalb der Festung Sant’Elmo.
Enge Häuserschluchten und dichtes Alltagsleben prägen das Viertel bis heute. Früher war das Spanische Viertel eine No-Go-Area, heute ein echter Touristenmagnet.
Wäscheleinen, kleine Läden und Straßenszenen vermitteln einen unmittelbaren Eindruck vom sozialen Gefüge Neapels abseits repräsentativer Räume.
Rione Sanità – eins der neuesten Neapel Highlights

Das Viertel Sanità liegt nördlich des historischen Zentrums, zwischen Altstadt und dem Hügel Capodimonte.
Ursprünglich befand sich dieses Gebiet außerhalb der antiken Stadtmauern und wurde früh als Begräbnisstätte genutzt.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Katakomben von San Gennaro und San Gaudioso, die einen Einblick in die frühchristliche Geschichte Neapels geben.
Heute ist Sanità ein dicht besiedeltes Wohnviertel mit starkem lokalem Leben. Märkte, kleine Geschäfte und soziale Initiativen prägen das Straßenbild. In den letzten Jahren hat sich das Viertel zunehmend geöffnet und gilt als Beispiel für den Wandel Neapels abseits klassischer Sehenswürdigkeiten.
Cappella Sansevero

Die Cappella Sansevero liegt unscheinbar in einer Seitenstraße der Altstadt und gehört zu den außergewöhnlichsten Kunstorten Neapels.
Berühmt ist sie vor allem für den Cristo Velato, eine Marmorskulptur, die durch ihre technische Perfektion weltweit bekannt wurde. Darüber hinaus prägen symbolische Darstellungen, Grabmäler und ein streng durchkomponierter Raum die Wirkung der Kapelle.
Die Cappella Sansevero ist kein klassisches Kirchenbauwerk, sondern ein Ort zwischen Kunst, Wissenschaft und Mystik. Ihr Besuch bietet einen starken Kontrast zur lebhaften Umgebung der Altstadt und zählt zu den eindrücklichsten kulturellen Erfahrungen in Neapel.
Piazza Plebiscito

Die Piazza del Plebiscito ist der größte Platz Neapels und bildet einen zentralen repräsentativen Raum der Stadt. Sie liegt zwischen dem Königspalast, der Kirche San Francesco di Paola und dem Teatro di San Carlo.
Der weitläufige, offene Platz unterscheidet sich deutlich von den engen Straßen der Altstadt und wirkt bewusst monumental.
Historisch diente die Piazza politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und wird auch heute für Veranstaltungen genutzt.
Sie macht sichtbar, wie stark Neapel im 19. Jahrhundert versuchte, sich als moderne Hauptstadt innerhalb des italienischen Nationalstaats zu positionieren.
Lies auch, warum Italien eine kulturelle Ausnahme ist
Posillipo – baden unter Neapolitanern

Posillipo liegt westlich des Stadtzentrums oberhalb des Golfs von Neapel und zählt zu den landschaftlich eindrucksvollsten Stadtteilen. Entlang der Küste befinden sich mehrere Badebuchten und kleine Strände, darunter Gaiola oder Marechiaro, die vor allem von Einheimischen genutzt werden.
Die erhöhte Lage bietet weite Ausblicke auf das Meer, den Vesuv und die Inseln im Golf. Posillipo zeigt Neapel von einer ruhigeren Seite und verdeutlicht, wie eng Stadt, Landschaft und Badeorte hier miteinander verbunden sind.
Tagesausflug zum Vesuv


Der Vesuv erhebt sich östlich von Neapel und ist einer der bekanntesten Vulkane Europas.
Er prägt nicht nur die Landschaft des Golfs von Neapel, sondern auch die Geschichte der Region. Aus Neapel fahren täglich Busse in den Nationalpark, von wo Wanderwege bis an den Kraterrand führen.
Die Fahrt aus dem Zentrum von Neapel dauert circa 45 Minuten, der Fußweg bergauf zum Krater dauert circa eine halbe Stunde.

