Pisa gehört zu den meistbesuchten Städten Italiens, obwohl sie vergleichsweise klein ist.
Der Grund dafür ist eindeutig: die Piazza dei Miracoli („Platz der Wunder“), mit dem Schiefen Turm.
Lies auch unseren Artikel über die besten Städtetrips in Italien abseits der Massen
Wer sich fragt „lohnt sich Pisa?“, stellt im Kern eine sehr konkrete Frage – reicht die Stadt für einen ganzen Tag oder genügt ein kurzer Zwischenstopp?
Die ehrliche Antwort: Für die meisten Reisenden reicht in Pisa der Besuch der Piazza dei Miracoli.
Der Rest der Stadt ist angenehm, aber selten so eindrucksvoll, dass man dafür wertvolle Reisezeit in der Toskana einplanen müsste.
Anreise von Florenz nach Pisa
Von Florenz erreicht man Pisa unkompliziert mit dem Zug. Vom Bahnhof Santa Maria Novella fahren regelmäßig Regionalzüge nach Pisa Centrale. Die Fahrt dauert je nach Verbindung circa 30 Minuten bis 1 Stunde.
Tickets können kurzfristig am Automaten oder online gekauft werden. Stempeln nicht vergessen!
Vom Bahnhof Pisa Centrale sind es rund 20 Minuten zu Fuß zur Piazza dei Miracoli. Alternativ fahren Busse oder ein Taxi bringt dich in wenigen Minuten dorthin.
Wer anschließend weiter nach Lucca fährt, kann ebenfalls den Zug nutzen – die Verbindung dauert etwa 30 Minuten.
Piazza dei Miracoli


Die Piazza dei Miracoli – offiziell Piazza del Duomo – liegt etwas außerhalb des historischen Zentrums und bildet ein geschlossenes Ensemble aus vier Bauwerken:
dem Schiefen Turm,
dem Dom,
dem Baptisterium
dem Camposanto.
Zum Kombiticket für alle vier Sehenswürdigkeiten von Pisa
Die Besonderheit der Piazza liegt weniger in einem einzelnen Bauwerk als in der klaren, offenen Rasenfläche, die die Gebäude voneinander trennt. Dieser Raum wirkt fast museal – ruhig, weit und architektonisch konzentriert.
Für dieses Areal lohnt sich der Besuch definitiv.
Der Schiefe Turm von Pisa

Der Schiefe Turm ist das bekannteste Wahrzeichen und aufgrund seiner beeindruckenden Schiefe schon sehr sehenswert.
Seine Neigung wirkt aus der Nähe stärker als auf Fotos, und die Möglichkeit, den Turm zu besteigen, bietet eine ungewöhnliche Perspektive über Pisa.
Tickets für den Aufstieg auf den Schiefen Turm inkl. Kathedrale
Der Dom von Pisa
Der Dom von Pisa zählt zu den wichtigsten Beispielen romanischer Architektur in Italien.
Besonders die schwarz-weißen Marmorelemente und der reich verzierte Innenraum zeigen, welche Bedeutung Pisa im Mittelalter als Seemacht hatte.
Das Baptisterium

Direkt neben der Kathedrale steht das Baptisterium mit seiner markanten Rundform und außergewöhnlichen Akustik.
Mehrmals täglich demonstrieren Mitarbeitende die außergewöhnliche Klangresonanz des Raums: Ein einzelner Ton entwickelt sich durch die Architektur zu einem mehrstimmig wirkenden Nachhall, der mehrere Sekunden im Raum stehen bleibt.
Diese akustische Besonderheit macht deutlich, dass das Gebäude nicht nur architektonisch, sondern auch funktional durchdacht war.
Camposanto Monumentale
Der Camposanto ist ein monumentaler Friedhof aus dem 13. Jahrhundert und gilt als einer der bedeutendsten Friedhöfe Italiens.
Die ruhige, beinahe abgeschlossene Atmosphäre bildet einen starken Kontrast zur offenen Rasenfläche der Piazza und zeigt eine nachdenklichere, stillere Seite des Ensembles.
Sollte man den Rest von Pisa besuchen?
Abseits der Piazza dei Miracoli ist Pisa eher unspektakulär. Es gibt eine nette Altstadt, einige Plätze entlang des Arno und kleinere Kirchen, doch vieles davon bleibt im Vergleich zu anderen toskanischen Städten nicht so beeindruckend.
Wer bereits Städte wie Florenz, Siena oder selbst kleinere Orte wie San Gimignano gesehen hat, wird in Pisa außerhalb der Piazza wenig finden, was nachhaltig beeindruckt.
Die Stadt ist lebendig, studentisch geprägt und angenehm, aber kein architektonisches Gesamtkunstwerk.
Unsere Empfehlung: Pisa kurz, Lucca intensiv

Wenn du dich in Florenz oder einer Toskana Rundreise befindest und überlegst, einen Tagesausflug zu planen, bietet sich folgende Planung an:
Vormittag: 1–2 Stunden auf der Piazza dei Miracoli
Danach: Weiterfahrt nach Lucca
Lucca liegt nur rund 30 Minuten entfernt und bietet deutlich mehr Atmosphäre für einen längeren Aufenthalt.
Die vollständig erhaltene Stadtmauer, auf der man spazieren oder Fahrrad fahren kann, die mittelalterliche Altstadt und die ruhigeren Plätze machen Lucca zu einem Ort, der sich besser für einen halben oder ganzen Tag eignet.
Im direkten Vergleich wirkt Lucca harmonischer und räumlich stimmiger als Pisa.
Fazit: Lohnt sich Pisa?
Ja – aber gezielt.
Die Piazza dei Miracoli gehört zu den eindrucksvollsten architektonischen Ensembles Italiens und ist ihren Ruf wert. Für diesen Ort lohnt sich der Besuch eindeutig.
Wer jedoch erwartet, dass sich ganz Pisa auf diesem Niveau bewegt, wird enttäuscht sein. Plane zwei Stunden ein, genieße die Piazza – und nutze den Rest des Tages für andere Orte in der Toskana.



