Die schönsten Orte Liguriens: die Region, die alles hat

Ligurien ist eine Region der Übergänge. Zwischen Meer und Apennin liegen oft nur wenige Kilometer, dazwischen verdichten sich Dörfer, Städte, Terrassenlandschaften und Wanderwege.

Neben den bekannten Hotspots der Cinque Terre oder Portofino entfaltet Ligurien seine Vielfalt in zahlreichen anderen Orten. In diesem Beitrag stellen wir dir die schönsten vor.

Ponente vs. Levante: die schönsten Orte Liguriens räumlich lesen

Auf der unten stehenden Karte sind die schönsten Orte Liguriens aus diesem Artikel eingezeichnet.

Wichtig zu wissen ist, dass die Ligurer ihre Region gerne in zwei Küsten aufteilen, die grundlegend verschieden sind: die Riviera di Levante und die Riviera di Ponente.

Östlich von Genua liegt die Riviera di Levante. Sie ist geprägt von spektakulären Küsten mit Weinterrassen, zwischen Felsen und Meer eingepferchte Dörfer und Wanderparadiese. Küstenstädte, Buchten und Hanglagen greifen hier eng ineinander, die Wahrnehmung ist oft intensiv und visuell aufgeladen.

Ligurien Riviera di Ponente Riviera di Levante

 

Westlich von Genua beginnt die Riviera di Ponente. Die Landschaft öffnet sich, Ebenen und breitere Sandstrände treten stärker in den Vordergrund. Mit Palmen und Blumen bepflanzte Uferpromenaden, reges Nachtleben und Baden vor malerischen Altstadtkulissen prägen den Urlaub in diesen Teil Liguriens.

Die Begriffe Levante und Ponente stammen übrigens aus der Seefahrt. Sie bezeichnen die Richtungen, aus denen die Winde und das Licht kommen. Levante leitet sich vom italienischen levare ab und beschreibt den Osten, dort, wo die Sonne aufgeht. Ponente verweist auf den Westen, wo die Sonne untergeht.

Lohnt sich eine Ligurien Rundreise?

Ligurien schönste Orte - Portofino

Ligurien ist auch schon geographisch gesehen wie für eine Rundfahrt mit dem Auto geschaffen.

Von der Grenze zu Frankreich über die Ausläufer der Alpen, vorbei an mittelalterlichen Dörfern, dramatischen Küsten mit Rebterrassen und mondänen Badeorten durchfährt man hier einige der typischsten Landschaftsbilder Italiens.

Mindestens 10 Tage sind für die Route von Westen nach Osten (oder umgekehrt) nötig, noch besser wären zwei Wochen. So hat man auch genug Zeit um Abstecher ins Hinterland zu machen oder mal ein oder zwei Tage an einem Ort zu verweilen.

Unser Tipp: Wer eine Rundreise plant und keine Sehenswürdigkeit verpassen will, dem können wir Fare und Giro ans Herz legen. Hier kann man von Ligurien-Experten geplante Selbstfahrer-Reisen buchen, bei denen man in handverlesenen Unterkünfte übernachtet.

Porto Venere: das sechste Dorf der Cinque Terre

Ligurien schönste Orte - Porto Venere

Porto Venere zählt zu den historisch prägenden Orten der Riviera di Levante.

Seine Lage am südwestlichen Rand des Golfs von La Spezia, nur einen Steinwurf von den Cinque Terre entfernt, war über Jahrhunderte strategisch bedeutsam.

Die Kirche San Pietro thront auf einem Felssporn über dem Meer, direkt an der Einfahrt zum Golf von La Spezia.

Hier sollte man unbedingt früh morgens hinkommen, wenn die Touristen noch in ihren Hotelbetten liegen, damit sich die besondere Atmosphäre des Ortes richtig entfalten kann.

Lerici: Dolce Vita wie aus dem Handbuch

Ligurien schönste Orte - Lerici

Lerici öffnet sich weit zum Meer und wird von seiner Burg überragt. Es liegt ganz im Süden Liguriens, kurz vor der Grenze zur Toskana.

Lerici ist ein typisch italienischer Badeort im alten Stil: eine lebhafte Strandpromenade, ein schöner Sandstrand, wo sich die farblich abgestimmten Sonnenschirme der Lidos aneinanderreihen und eine mittelalterliche Altstadt voller Trattorias.

Im Sommer ist es hier voll, etwas ruhiger sind die Monate Juni und September – perfekt als Ausgangspunkt zur Erkundung des Südens von Ligurien und der nördlichen Toskana (nach Florenz sind es von hier weniger als zwei Stunden).

Sestri Levante: eins der Bilderbuchstrände Italiens

Ligurien Sehenswürdigkeiten und schönste Orte - Sestri Levante

Sestri Levante liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen zwei Buchten: die Baia delle Favole („Märchenbucht“) und die Baia del Silenzio („Bucht der Stille“).

Die Baia del Silenzio zählt mit seinem kristallklaren, ruhigen Wasser zu den schönsten Stränden Italiens, doch der Ort besitzt darüber hinaus eine hübsche Altstadt mit bunten Häuschen.

Hier badet man vor der Altstadtkulisse – oder kann den morgentlichen Cappuccino direkt mit Meerblick genießen.

Camogli: in perfekter Symbiose zwischen Land und Meer

ligurien schönste orte - camogli

Camogli war lange ein Zentrum des Fischfangs und der Seefahrt. Die hohen, teils siebenstöckigen, farbigen Häuser entlang der Strandpromenade erzählen von dieser Vergangenheit. Die Kapitäne Camoglis waren sogar an der Entdeckung der Azoren beteiligt und an der Eroberung Algeriens durch Frankreich.

Die Altstadt von Camogli befindet sich auf der Halbinsel rund um die Kirche Santa Maria Assunta und ist voller verwinkelter Gassen.

Westlich von Camogli beginnt das bewaldete Vorgebirge von Portofino. Aber trotz der räumlichen Nähe zum hochtouristischen Badeort bewahrt Camogli immer noch seine Authentizität.

Unser Tipp: Aus Camogli sollte man unbedingt einen Bootstour zur Abbazia di San Fruttuoso machen – die einsiedlerische Abtei, die nur mit dem Boot oder zu Fuß erreicht werden kann.

Genova: Liguriens großer Aufsteiger

Ligurien schönste Orte Genua

Ligurien schönste Orte Genua

Genua ist dicht, vielschichtig und von Brüchen geprägt. Die Altstadt mit ihren Caruggi (so nennen sich die Häuserschluchten Genuas) öffnet sich schrittweise, Palazzi und Plätze tauchen unvermittelt auf.

Lange Zeit hatte Genua einen eher schlechten Ruf, aber über die letzten Jahrzehnte hat die Stadt einen Wandel erlebt.

Das historische Hafenviertel Porto Antico wurde modernisiert und vom Stararchitekten Renzo Piano in eine regelrechte Freizeitwelt umgewandelt.

Hier findet sich das Meerwasserzoo Aqcuario (zum Online Ticket), das Museo del Mare, eine palmenbestandene Uferpromenade, zahlreiche Restaurants und Anlegestellen für Bootsausflüge, zum Beispiel Walbeobachtungstouren (zum Ticket für eine Walbeobachtungstour in Genua).

Hinweis: In Genua kann man im Vergleich zu vielen italienischen Städten noch ziemlich günstig übernachten. Es lohnt sich also gut als Hauptquartier zur Erkundung der Riviera di Ponente und Riviera di Levante, da es genau in der Mitte Liguriens liegt.

Unsere Hoteltipps zum Übernachten in Genua

Auf dieser Karte findest du alle Hotels in Genua, die sich zwischen Altstadt und Porto Antico befinden. Von hier könnt ihr das Zentrum wunderbar zu Fuß erkunden und gleichzeitig unkompliziert die Anlegestellen für Bootstouren erreichen.

Finalborgo: Finale Ligures schönstes Viertel

Ligurien schönste Orte Finalborgo

Finalborgo ist kein eigenständiger Ort, sondern der mittelalterliche Teil des beliebten Badeorts Finale Ligure.

Es liegt etwas abseits der Küste und ist von Mauern umgeben. Gassen, Plätze und Gebäude bilden ein harmonisches Ganzes. Der Ort wirkt ruhig und konzentriert, besonders außerhalb der Hauptzeiten.

Herzstück von Finalborgo ist die belebte Piazza Garibaldi, die den Anwohnern als Theaterbühne, Gesprächsforum und gute Stube dient – all das ist wunderbar von den Außentischen des Bar Centrale zu beobachten.

Albenga: ein Blick in Liguriens Mittelalter

Ligurien schönste orte

Albenga liegt am nördlichen Ende Liguriens und zählt zu den historisch bedeutendsten Orte Liguriens.

Die Altstadt mit ihren Türmen verweist auf auf die Zeiten zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, als Albenga eine florierende Städterepublik war.

Im Gegensatz zu den anderen Badeorten in der Nähe, wie Alassio oder Loano, ist hier der Massentourismus weit weniger ausgeprägt. Das Strandleben spielt hier sowieso keine große Rolle – Albenga besucht man wegen seiner historischen Altstadt.

Cervo: Bilderbuchdorf mit Sandstrand

Ligurien schönste Orte

Cervo thront auf einem Hügel über dem Meer und ist ein echtes Schmuckstück unter den schönsten Orten Liguriens.

Cervo ist klein, voller schmaler Gassen und stark von seiner Lage geprägt. Enge Gassen führen zur Kirche San Giovanni Battista, die das Ortsbild dominiert. Vom Kirchplatz hat man einen wunderschönen Panoramablick über das Meer.

In den Gärten des Dorfes wachsen Palmen, Drillingsblumen und Zitrusbäume und um Cervo herum wird der Vermentino-Wein angebaut – ein in Italien sehr beliebter, trockener Weißwein.

Colla Micheri: Geheimtipp an der Baia del Sole

Colla Micheri liegt oberhalb der Baia del Sole, der Küste von Alassio, und ist nur über schmale Straßen erreichbar.

In dem winzigen Dorf scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Historische Gebäude, kleine Plätze und ein Maultierpfad, der zur rosafarbenen Kirche führt.

Besonders beeindruckend ist hier der Blick von der verfallenen Windmühle, von der man über die ganze Baia del Sole blicken kann.

San Remo: zwischen Casinos und Palmen

Schönste Orte Liguriens

Ligurien schönste Orte San Remo

San Remo ist bekannt für seine Geschichte als Kur- und Festivalstadt.

Sie ist mit ihren 53.000 Einwohnern Liguriens viertgrößte Stadt. Seit dem 19. Jahrhundert ist es ein mondänes Zentrum des internationalen Elite-Tourismus.

Vor allem bis zum Zweiten Weltkrieg war San Remo Treffpunkt der Reichen und Superreichen. Zeugen dieser Zeit sind wunderschöne Jugendstilvillen, Kasinos und palmenumsäumten Uferpromenaden.

Heute wird San Remo von Verdienern jeder Art besucht, die den weitläufigen Strand und die lebhafte Innenstadt zu schätzen wissen.

Unser Tipp: San Remo hat auch einen ruhigeren, alten Stadtteil voller verwinkelter Gassen: La Pigna. Das autofreie Viertel windet sich mit schmalen Treppenwegen den Hügel hinauf bis zur Wallfahrtskirche Madonna della Costa. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Stadt und das Meer.

Triora: das Hexendorf in den ligurischen Apenninen

Ligurien schönste Orte Triora

Ligurien schönste Orte Triora Hexendorf

Triora liegt hoch im ligurischen Hinterland auf 800 Metern Höhe und ist von steiler Topografie und Steinarchitektur geprägt. Vor allem bekannt ist das Dorf für seine Hexen-Kultur: es gibt ein Hexendenkmal, Hexenlikör, allerlei Hexensouvenirs und gelegentlich sogar ein Hexenkongress, an dem seriöse Wissenschaftler teilnehmen.

Schönheit und Verfall liegen in Triora dicht beieinander. Von überwucherte Mauern blickt man auf eine spektakuläre Berglandschaft, es gibt ganze zehn Kirchen, das Rathaus ist eine Ruine und im kleinen Heimatmuseum kann vollständig erhalten gebliebenen Akten eines Inquisitionsprozesses von 1588 einsehen.

Monte Saccarello: das Wanderparadies

Ligurien schönste Orte

Der Monte Saccarello ist mit 2201 Metern der höchste Punkt der Region und einer der schönsten Orte Liguriens zum Wandern.

Aus Triora kann man wunderbar über einen Saumpfad und etlichen Serpentinen den Kammrücken erklimmen.

Und es lohnt sich: der Blick von oben schweift über den Südalpenbogen und im Frühling und Sommer leuchtet die Grasmatte mit ihren Alpenrosen in allen Grüntönen.

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2 Comments

  1. David sagt:

    Schöner Artikel, der sofort Fernweh auslöst! Ligurien ist definitiv immer eine Reise wert!

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