Aufgrund der Lage im Schatten vom weltberühmten Florenz, ist Bologna noch immer eine der meist unterschätzten Städte Italiens.
Absolut zu Unrecht. Zwischen mittelalterlichen Türmen, kilometerlangen Arkaden und der ältesten Universität der Welt gibt es so einige wichtige Sehenswürdigkeiten in Bologna, die einen Wochenendtrip lohnenswert machen.
Diese Bologna Sehenswürdigkeiten solltest du nicht verpassen:
Piazza Maggiore mit der Basilika di San Petronio
Torre dell’Orologio
Biblioteca Salabrosa
Türme Garisenda und Asinelli
Quadrilatero
Archiginnasio
Santuario della Madonna di San Luca
Finestrella di Via Piella
Piazza Santo Stefano
Unsere Bologna Sehenswürdigkeiten auf einer Karte
Wenn man vom Flughafen von Bologna ins Zentrum fährt, durchquert man zuerst die eher unschöne Vorstadt – was ganz typisch für italienische Industriestädte ist.
Hat man sich da erstmal durchgekämpft, eröffnet sich einem eine geschichtsträchtige, mittelalterliche Altstadt. Hier konzentrieren sich in alle so gut wie alle Sehenswürdigkeiten von Bologna.
Piazza Maggiore – Das Herzstück der Altstadt von Bologna


Der zentrale Platz von Bologna ist seit dem Mittelalter der Treffpunkt des öffentlichen Lebens.
Hier stehen einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Bologna:
der prächtige Palazzo del Podestà, mit seinem gewölbtem Durchgang Voltone del Podestà – hier herrscht eine besondere Flüsterakustik. Stellt man sich in zwei gegenüberliegende Ecken und spricht leise, kann die andere Person jedes Wort hören.
der Palazzo d’Accursio – seit über 600 Jahren Sitz der Stadtverwaltung mit dem Torre dell’Orologio.
die auffällig unvollendete Basilika San Petronio – eine der größten Kirchen der Welt.
Übrigens: Im Inneren der Basilika befindet sich eine der größten Sonnenuhren der Welt. Ein kleiner Lichtstrahl, der durch ein Loch in der Decke fällt, wandert über eine 66 Meter lange Messlinie am Boden entlang und zeigt mit erstaunlicher Präzision den Sonnenstand und den Kalenderlauf an. Noch heute funktioniert sie – ein tolles Beispiel dafür, wie eng in Bologna Wissenschaft und Glaube verbunden waren.
Torre dell’Orologio – Der Uhrenturm mit Aussicht
Direkt am Rand der Piazza Maggiore erhebt sich der Torre dell’Orologio aus dem 13. Jahrhundert, Teil des historischen Palazzo d’Accursio. Über eine kleine Ausstellung gelangt man zur Aussichtsplattform, von der aus man einen der schönsten Blicke auf die Dächer und Türme Bolognas hat.
Im Inneren sieht man das alte Uhrwerk und historische Räume, die einst Teil der Stadtverwaltung waren.
Tipp: Am schönsten ist der Aufstieg bei am Spätnachmittag, wenn das Licht der untergehenden Sonne über die roten Ziegeldächer fällt.
Biblioteca Salaborsa – erst Börse, dann Bibliothek
Direkt gegenüber liegt die Biblioteca Salaborsa, eine der schönsten öffentlichen Bibliotheken Italiens. Das Gebäude war einst Börse, Wintergarten und sogar Sporthalle – heute ist es ein Ort der Begegnung, des Lesens und Lernens. Es gibt freies W-Lan, ein Raum zum Schallplatten hören, ein Cafè und kostenfreie, internationale Tageszeitungen zum Lesen.
Unter dem gläsernen Boden der Haupthalle sieht man die archäologischen Ausgrabungen der römischen Stadt Bononia. Der Kontrast aus moderner Architektur, Pflanzen und antiken Mauern macht die Salaborsa zu einem einzigartigen Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart perfekt miteinander kombiniert sind.
Der Eintritt ist frei.
Die schiefen Türme von Bologna – Garisenda und Asinelli

Im Mittelalter war Bologna berühmt für seine rund 100 Geschlechtertürme. Heute stehen noch rund 20 – die bekanntesten sind die unübersehbar schiefen Torre Garisenda und die Torre degli Asinelli.
Letztere kann man normalerweise besteigen: 498 Stufen führen zu einem grandiosen Panoramablick über die roten Dächer der Stadt und die umliegenden Hügel.
Allerdings sind die Türme seit 2022 wegen Einsturzgefahr gesperrt. Im Mai 2025 sorgte ein falscher Alarm sogar für Panik – Anwohner rund um die Türme mussten kurzfristig evakuiert werden.
Die Stadt arbeitet seither intensiv daran, die historischen Türme zu sichern und eines Tages wieder zugänglich zu machen.
Quadrilatero – Das historische Marktviertel


Bologna ist die Hauptstadt von Lasagne, Tortellini und Mortadella. Essen ist in Bologna also ein Highlight für sich.
Lies unsere Bologna Restaurant Tipps von echten Bolognesen
Direkt hinter der Piazza Maggiore liegt das Quadrilatero, das alte Marktviertel, wo seit Jahrhunderten die Leckereien der bolognesischen Küche verkauft werden. In den schmalen Gassen duftet es nach Parmigiano und frischer Mortadella – ein Paradies für Foodies.
Wer Bologna wirklich verstehen will, sollte hier durchschlendern und in einem der Bistrots unbedingt einen Tagliere bestellen – für einen kleinen, oder auch großen Snack.
Archiginnasio – Die älteste Universität der Welt
Die Unversität von Bologna wurde im Jahr 1088 gegründet und ist damit die älteste Universität der Welt.
Das Archiginnasio, einst Hauptsitz der Universität, beeindruckt mit seinem Innenhof, den zahllosen Wappen ehemaliger Studenten und dem Teatro Anatomico, einem vollständig aus Holz geschnitzten Seziersaal aus dem 17. Jahrhundert.
Der Eintritt zum prunkvollen Innenhof des Archiginnasio ist frei, für den Besuch des historischen Teatro Anatomico zahlt man 12 Euro Eintritt.
Zur geführten Tour durch das Archiginnasio
Santuario della Madonna di San Luca – Das Heiligtum über der Stadt


Das Heiligtum der Madonna di San Luca thront auf einem Hügel südwestlich des Zentrums und ist eines der Wahrzeichen Bolognas.
Wer den Weg zu Fuß gehen möchte, folgt dem berühmten Portico di San Luca, einer fast 3,5 km langen überdachten Arkade mit 666 Bögen – die längste der Welt. Sie führt von der Stadt den Hügel rauf bis zum Santuario – oben erwartet dich eine herrliche Aussicht über Stadt und Berge. Bei gutem Wetter kann man hier sogar bis zu den Alpen blicken.
Die 666 Bögen symbolisieren ihren Körper, der am Ende vom Heiligtum der Madonna besiegt wird.So wird der Aufstieg zur Kirche nicht nur zu einem Spaziergang durch ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch zu einem symbolischen Weg vom Irdischen zum Göttlichen.
Es geht aber auch schneller mit dem San Luca Express – eine kleine Bimmelbahn, die von der Piazza Maggiore zum Santuario hochfährt.
Finestrella di Via Piella – Das geheime Fenster zu den Kanälen

Zwischen den Fassaden der Via Piella versteckt sich eines der süßesten Sehenswürdigkeiten von Bologna: ein kleines Fenster, das den Blick auf den Canale delle Moline freigibt.
Nur durch dieses unscheinbare „Finestrella di Via Piella“ erkennt man, dass Bologna einst von einem weit verzweigten Netz aus Wasserwegen durchzogen war – so sehr, dass die Stadt früher „das kleine Venedig“ genannt wurde.
Besonders schön ist der Anblick in der Abendsonne, wenn das Wasser golden schimmert. Achtung: Die Finestrella war einst ein Geheimtipp – jetzt bildet sich regelmäßig einen Influencer-Warteschlange. Nicht abschrecken lassen und trotzdem einen Blick hindurch werfen!
Piazza Santo Stefano – vielleicht Bolognas schönster Platz

Ganz am Rande der Altstadt, da wo die Touristenschwärme sich langsam auflösen, stößt man auf die Piazza Santo Stefano.
Umrahmt von Backstein-Palazzi und Arkadengängen, öffnet sich hier ein stilles, fast zeitloses Ensemble, das oft als „Piazza delle Sette Chiese“ bezeichnet wird – nach der angrenzenden Basilika Santo Stefano.
Das Bauwerk wird auch „Komplex der sieben Kirchen“ genannt (Sette Chiese), weil es ursprünglich aus sieben miteinander verbundenen Kirchen und Kapellen bestand, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengewachsen sind. Jede von ihnen erzählt ein Stück religiöser und städtischer Geschichte – vom frühen Christentum bis zum Mittelalter.
Die Piazza ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische, besonders am Abend, wenn die Cafés ihre Stühle hinausstellen und Musiker spielen. Trotz ihrer Schönheit wirkt sie nie überlaufen – ein Ort, an dem man spürt, wie ruhig und harmonisch Bologna sein kann.

