Siena Highlights: Unsere Tipps für die mittelalterliche Stadt

Juli 7, 2026

Als Einheimische der Toskana kann ich sagen: Siena gehört zweifelsfrei zu den schönsten Highlights der Toskana und gehört absolut zum Pflichtprogramm.

Siena kann man sehr gut bei einem Tagesausflug besichtigen. Die einstige Erzfeindin von Florenz hat sich von der Renaissance kaum verändern lassen und wirkt bis heute wie eine Zeitreise ins Mittelalter.

In diesem Guide zeige ich dir die schönsten Siena Sehenswürdigkeiten und geben dir viele Tipps, die deinen Besuch noch besonderer machen.

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01. Piazza del Campo – einer der schönsten Plätze Italiens

Wer Siena besucht, landet früher oder später auf der Piazza del Campo. Und jeder bleibt erst einmal stehen.

Der muschelförmige Platz gehört zu den schönsten Italiens und unterscheidet sich komplett von den üblichen rechteckigen Piazza italienischer Städte.

Die neun hellen Travertinstreifen teilen den roten Backsteinboden in neun Segmente. Sie erinnern an den Rat der Neun (Governo dei Nove), der Siena im 13. und 14. Jahrhundert zu einer der wohlhabendsten Städte Europas machte.

Heute sitzen Einheimische und Touristen einfach auf dem leicht abfallendenen Boden, trinken einen Aperitivo oder beobachten das Treiben.

02. Palazzo Pubblico

Blick auf die Piazza del Campo in Siena mit Torre del Mangia

Direkt an der Piazza del Campo erhebt sich das mittelalterliche Rathaus. Der Palazzo Pubblico ist bis heute Sitz der Stadtverwaltung und zählt gleichzeitig zu den bedeutendsten gotischen Profanbauten Italiens.

Im Inneren befinden sich einige der wichtigsten Fresken der europäischen Kunstgeschichte.

Besonders berühmt sind die Allegorien der Guten und Schlechten Regierung von Ambrogio Lorenzetti. Sie gelten als eines der ersten politischen Gemälde Europas und zeigen eindrucksvoll, wie Frieden und Wohlstand beziehungsweise Chaos und Gewalt eine Stadt verändern.

Ebenso sehenswert ist der Sala del Mappamondo, in dem sich die berühmte Reiterdarstellung des Feldherrn Guidoriccio da Fogliano befindet.

  • Unser Tipp: Wer sich für Geschichte interessiert, sollte den Palazzo auf keinen Fall auslassen. Die Fresken gehören zu den bedeutendsten des Mittelalters und werden von vielen Touristen unterschätzt.
  • Eintritt: Palazzo und Turm können einzeln oder als Kombiticket besucht werden.
  • Zeitbedarf: etwa 60–90 Minuten für den Palazzo, rund 2 Stunden inklusive Turmbesteigung.


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03. Torre del Mangia

Direkt neben dem Rathaus ragt der 102 Meter hohe Torre del Mangia in den Himmel. Wer die rund 400 Stufen erklimmt, wird mit einem der schönsten Ausblicke der gesamten Toskana belohnt.

Von oben erkennt man besonders gut die einzigartige Form der Piazza del Campo und die roten Dächer der Altstadt.

  • Rund 400 Stufen führen auf die Aussichtsplattform
  • Die Treppe ist relativ eng, einen Fahrstuhl gibt es nicht
  • Am schönsten ist der Blick morgens oder kurz vor Sonnenuntergang
  • Wer Palazzo und Turm besuchen möchte, spart mit dem Kombiticket

Gut zu wissen

Torre del Mangia bedeutet wörtlich übersetzt „Turm des Vielfraßes“ oder „Turm des Verschwenders“. Er geht auf den ersten Glockenläuter Giovanni di Balduccio zurück, der den Spitznamen Mangiaguadagni („Einer, der seinen Verdienst auffrisst“) trug, weil er sein gesamtes Geld angeblich in Wirtshäusern für gutes Essen ausgab. Mit der Zeit übertrug sich der Spitzname auf den Turm – und bis heute kennt ihn jeder in Siena unter diesem Namen.

04. Der Dom von Siena

Der Dom Santa Maria Assunta zählt zu den beeindruckendsten Kirchen Italiens.

Schon beim Betreten fällt sofort das markante schwarz-weiße Streifenmuster der Säulen auf – die traditionellen Farben von Siena.

Je länger man sich im Inneren umsieht, desto mehr Details entdeckt man:

  • den kunstvollen Marmorboden mit über 50 Intarsienfeldern
  • die Kanzel von Nicola Pisano
  • die prachtvolle Piccolomini-Bibliothek
  • mehrere Werke von Donatello, Michelangelo und Bernini

Der Bau begann bereits im Jahr 1136 und dauerte fast zwei Jahrhunderte. Während der Pest-Epidemie 1348, die rund 80.000 Menschen in Siena dahinraffte, mussten die Bauarbeiten gestoppt werden.

Der Bevölkerungsrückgang und die wirtschaftliche Rezession nach der Epidemie zwangen die Stadt das Bauvorhaben endgültig aufzugeben. Deshalb ist der Dom von Siena unvollendet, was man am Seitenschiff gut sehen kann.

  • Eintritt: Der Dom ist kostenpflichtig. Fast immer lohnt sich statt des Einzeltickets der OPA SI Pass. Darin enthalten sind unter anderem Dom, Piccolomini-Bibliothek, Baptisterium, Krypta, Museo dell’Opera und Facciatone.
  • Für die Porta del Cielo benötigt man zusätzlich ein separates Zeitfenster.
  • Zeitbedarf: mindestens 2–3 Stunden für den gesamten Domkomplex.

Zum Pass für den Dom von Siena

05. Porta del Cielo – Rundgang über den Dächern des Doms

Die Porta del Cielo (deutsch: Himmelspforte) gehört zu den außergewöhnlichsten Siena Sehenswürdigkeiten – und wird von vielen Besuchern übersehen.

Bei dieser geführten Tour steigst du durch normalerweise verschlossene Gänge hinauf in den Dachbereich des Doms. Dort läufst du auf schmalen Wegen direkt unter der kunstvoll verzierten Kassettendecke entlang und blickst aus einer völlig neuen Perspektive in das Kirchenschiff hinab.

An mehreren Stellen öffnen sich kleine Fenster mit Ausblicken über Siena und die sanften Hügel der Toskana. Man bekommt einen Eindruck davon, wie die Dombaumeister das riesige Bauwerk vor fast 800 Jahren errichteten.

  • Der Rundgang führt über schmale Treppen und Gänge und ist daher nicht barrierefrei
  • Die Porta del Cielo kann nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden
  • Die Führung ist nicht im normalen Domticket enthalten, sondern muss zusätzlich gebucht werden (bzw. als entsprechende Variante des OPA SI Passes)
  • Reserviere dein Ticket am besten vorab auf der offiziellen Webseite des Doms

06. Facciatone – die schönste Aussicht auf Siena

Nur wenige Meter neben dem Dom befindet sich einer der spektakulärsten Aussichtspunkte der Stadt. Der Facciatone ist die nie vollendete Fassade des gigantischen Doms, den Siena ursprünglich bauen wollte.

Nach einigen Treppenstufen stehst du auf einer Plattform mit freiem Blick über die Dächer der Altstadt.

Viele halten diesen Aussichtspunkt sogar für schöner als den Torre del Mangia.

Praktische Tipps

  • Zugang über das Museo dell’Opera del Duomo
  • Im OPA SI Pass enthalten, zusammen mit dem Dom
  • Es warten einige enge Treppenstufen – dafür gehört die Aussicht zu den schönsten der Stadt.

07. Die Contrade – das Herz von Siena

Wer Siena wirklich verstehen möchte, muss die Contrade kennenlernen.

Die Stadt ist seit dem Mittelalter in 17 Stadtviertel unterteilt. Doch die Contrade sind weit mehr als einfache Wohnviertel – sie sind bis heute das soziale Herz Sienas.

Jede Contrada besitzt ihre eigene Identität mit einem Wappen, eigenen Farben, einer Kirche, einem Brunnen, einem Museum und einem Versammlungshaus. Ihre Namen gehen meist auf Tiere oder historische Symbole zurück, etwa Aquila (Adler), Oca (Gans), Chiocciola (Schnecke), Istrice (Stachelschwein) oder Lupa (Wölfin).

Neugeborene einer Contrada werden dort getauft, die Einwohner feiern gemeinsam Feste, haben eigene Bräuche und engagieren sich ehrenamtlich für ihr Viertel. Für viele Sienesen ist die Zugehörigkeit zu ihrer Contrada ein wichtiger Teil ihrer Identität – oft über Generationen hinweg.

Beim Spaziergang durch Siena entdeckst du überall bunte Fahnen, Wappen und kleine Tierfiguren an Hausfassaden oder über Torbögen. So erkennst du sofort, in welcher Contrada du dich gerade befindest.

Die Rivalität zwischen den Stadtvierteln ist bis heute lebendig. Genau sie bildet die Grundlage für das berühmteste Ereignis der Stadt: den Palio di Siena. Für jede Contrada ist dieses Pferderennen weit mehr als ein sportlicher Wettkampf – es ist eine Frage der Ehre. Das ganze Jahr über bereiten sich die Viertel darauf vor, ihre Farben zu vertreten und den begehrten Sieg zu erringen.

Gut zu wissen

Die Zugehörigkeit zu einer Contrada begleitet viele Sienesen ein Leben lang. Wer beispielsweise in der Contrada dell’Oca (Gans) geboren wird, bleibt ihr auch dann treu, wenn er später in das Viertel der Contrada del Drago (Drache) zieht. Besonders während des Palio werden die jahrhundertealten Rivalitäten zwischen den Stadtvierteln wieder lebendig. Das geht so weit, dass Freundschaften zwischen rivalisierenden Contrade nur selten stattfinden.

09. Palio di Siena – das berühmteste Pferderennen Italiens

Palio di Siena - Siena Sehenswürdigkeiten

Der Palio di Siena ist für die Sienesen der wichtigste Tag des Jahres.

Zweimal jährlich – am 2. Juli zu Ehren der Madonna di Provenzano und am 16. August zu Ehren Mariä Himmelfahrt – verwandelt sich die Piazza del Campo in eine Pferderennbahn. Mehrere Lkw-Ladungen Tufferde werden auf dem Platz verteilt und bilden die Rennstrecke, auf der zehn der insgesamt 17 Contrade gegeneinander antreten.

Das eigentliche Rennen dauert meist nur etwa 90 Sekunden. Dreimal jagen die Pferde mit ihren Jockeys um die Piazza del Campo – so schnell, dass Stürze keine Seltenheit sind. Gewonnen hat das Pferd, das als Erstes die Ziellinie überquert. Selbst wenn der Jockey unterwegs herunterfällt, kann seine Contrada noch siegen, solange das Pferd das Rennen beendet.

Doch der Palio beginnt nicht erst mit dem Startschuss. Bereits Tage zuvor herrscht in Siena Ausnahmezustand. Die Straßen jeder Contrada sind mit ihren Farben geschmückt, abends finden riesige Nachbarschaftsessen unter freiem Himmel statt und Trommler sowie Fahnenschwinger ziehen durch die Gassen. Die Atmosphäre ist einzigartig und macht den Palio zu einem der authentischsten Volksfeste Italiens.

Als Preis erhält die Sieger-Contrada kein Geld, sondern ein kunstvoll bemaltes Seidenbanner – den Palio. Trotzdem bedeutet ein Sieg den Bewohnern alles. Manche Contrade feiern ihn noch Jahre später, während eine Niederlage oft ebenso lange schmerzt. Genau diese Leidenschaft macht den Palio bis heute zu einem lebendigen Teil der Identität Sienas.

  • Der Palio findet jedes Jahr am 2. Juli und 16. August statt. Fällt einer der Termine auf einen Sonntag, verschiebt sich das Rennen nicht.
  • Die Mitte der Piazza del Campo kann kostenlos betreten werden. Wer dort stehen möchte, sollte allerdings schon mehrere Stunden vor Rennbeginn seinen Platz einnehmen.
  • Sitzplätze auf den Tribünen sowie Balkone und Fenster mit Blick auf die Piazza müssen lange im Voraus reserviert werden und sind entsprechend teuer.
  • Auch wenn du das Rennen selbst verpasst, lohnt sich ein Besuch in den Tagen davor: Die historischen Umzüge, Pferdeproben und Festessen vermitteln die besondere Stimmung oft noch intensiver als die 90 Sekunden des eigentlichen Rennens.

Anreise nach Siena

Siena liegt ziemlich zentral in der Toskana und ist gut mit Florenz verbunden. Aus Florenz fährt stündlich ein Regionalzug nach Siena – ein Ticket kostet circa 10 Euro pro Person. Die Fahrt dauert 1,5 Stunden, da der Zug ziemlich viele Stopps macht.

Etwas schneller geht es mit dem Bus (Autolinee Toscane, Flixbus), der nur eine Stunde braucht. Aus Florenz fährt er ab dem Piazzale Montelungo, in der Nähe des Hauptbahnhofs Santa Maria Novella. Bustickets kosten circa 7 Euro pro Person.

Wo parken in Siena?

Genauso wie in allen italienischen Städten ist die Altstadt von Siena innerhalb der ZTL (zona a traffico limitato). Hier dürfen nur Anwohner hineinfahren.

Außerhalb dieser Zone gibt es aber mehrere Parkhäuser in Siena, zum Beispiel das Parcheggio Stazione FS, gleich am Bahnhof. Hier kann man für 2 Euro pro Tag parken und fährt mit der Rolltreppe rauf in die Stadt.

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